Internationale Sünder bekommen es mit US-Fahndern zu tun und mich beschleicht so das Gefühl, dass die NSA-Abhörskandale mit dem Treiben ihrer Verbündeten von Google, Apple, Facebook & Co. vieles mit der harten Tour der amerikanischen Administration zu tun haben.
Natürlich ist das ebenso Spekulation wie die Einschätzung zu Volkswagen, warum Herr Winterkorn bei seinem Eingeständnis dermaßen in die Knie gegangen ist. Herr Piëch ist der Langzeitmacher beim VW-Konzern gewesen und hat mit seinem Ziehsohn die technischen Fäden in der Hand und im Erhebungsstadium der Amerikaner mit Sicherheit Einblick gehabt. Plötzlich hat sich der charismatische Österreicher von Winterkorn „entfernt“, wurde anschließend gestanzt und er zog sich still und leise in die Salzburger Berge zurück.
Jetzt steht Winterkorn im Regen und während des Verfassens dieser Kolumne bereits auf der Straße. Sein Gesichtsausdruck beim Auftritt auf der IAA in Frankfurt spiegelte bereits das Herannahen dieses Dramas wider. Dem guten Mann geht es wie seinerzeit Herrn Wiedeking, der als Porsche-Capo Volkswagen übernehmen wollte, dabei kurzzeitig den Aktienkurs in schwindelnde Höhen getrieben hat und am Ende mit Klagen und Abfertigung überhäuft aus dem Stuttgarter Konzern gejagt wurde.
Herr Piëch war wieder um den einen Deut schlauer als alle anderen im Volkswagen-Konzern! Eine Entwicklung, deren Ausgang noch längere Zeit offen bleibt. Es brennt lichterloh auch bei Osterloh. Vom beim Piëch-Abgesang so lauten Gewerkschafts-Gottseibeiuns ist weit und breit nichts zu hören. Eigenartig! Lügen haben kurze Beine, auch in der Dimension Volkswagen.
Egal, was in der Automobilwirtschaft noch alles passieren kann: Von den Produktions- hin zu den Verkaufszahlen stimmt keine Statistik mehr. Ungefähr im Kursverfall der VW-Aktien spielt sich auch die globale Marktrealität ab.
