Im Fokus stehen dabei unter anderem zahlreiche Veranstaltungen am Ring, die zu massiven Staus, aber auch erheblichen Einbußen für Geschäftsleute führen. Es sei nicht zu verstehen, warum dazu mutwillig Hauptverkehrsrouten blockiert werden müssen, sagt Juraczka und übte Kritik am „Verkehrsfundamentalismus“ der Grünen.

 

2014 sei der Ring im Durchschnitt jeden vierten Tag gesperrt gewesen. Der Obmann der Sparte Handel, Dr. Rainer Trefelik, sprach dabei von Umsatzeinbußen von durchschnittlich 30 bis 50 Prozent für den Handel. „Das hält die beste Lage nicht dauerhaft aus und bringt vor allem viele Familienunternehmen an den Rand der Existenzfähigkeit“, so Trefelik, der dazu von zahlreichen Beschwerden namhafter Unternehmen der Inneren Stadt berichtet.

 

Auch Berndt Querfeld, Chef des Ring-Cafes Landtmann, Gemeinderatskandidat und Obmann der Kaffeesieder Wien, übt heftige Kritik. Das Umsatzminus für die Gastronomie betrage zwischen durchschnittlich 5 bis 25 Prozent. „Die Freizügigkeit bei der Genehmigung der Veranstaltungen ist zu großzügig und steht in keiner Relation zum Schaden, der angerichtet wird“, so Querfeld.

 

Juraczka kritisierte weiters das Projekt Marihilfer Straße: Trotz von der Mehrheit der Bewohner geforderter Querungsmöglichkeiten seien diese nicht realisiert worden: „Für 30 Meter vom 7. Bezirk in der Zollergasse in den 6. Bezirk in die Nelkengasse müssen Anrainer eine Fahrt von 3,5 Kilometer in Kauf nehmen. Die Sinnhaftigkeit dieser Nicht-Querung ist mehr als zu bezweifeln“.

 

Im Visier stehen auch Tempo-30-Regelungen auf Hauptverkehrsrouten wie in der Wiener Hörlgasse (9. Bezirk). Diese Maßnahme schade nur: Wie der ÖAMTC auf Basis einer Untersuchung der TU Wien festgestellt habe, sei in diesem Abschnitt künftig mit einer jährlichen Mehrbelastung von bis zu 100 Tonnen CO2 zu rechnen. Als „unverständlich“ bezeichnete Juraczka auch die Tatsache, dass seit 2011 kein einziger Euro der Parkometerabgabe mehr in die Optimierung der Ampelschaltungen in Wien investiert wurde.