Irrwitzige Umweltstandards aufgrund modernster Nachweismethoden führen in nicht mehr wirklich wachsenden Märkten zu allerlei Maßnahmen, die auch den Namen Betrug vertragen. VW-Unternehmenschef Martin Winterkorn gibt die Vorwürfe zu und versucht zu retten, was noch zu retten ist.
Die ganze Welt bürgt füreinander, ist keine Maxime, sondern beschreibt eine Wahrheit, die mittlerweile global gilt. In der Welt von heute sind wir alle abhängig voneinander. Konkret heißt das: Hat VW die „lenkbare“ Software im Einsatz, wird sie auch in anderen dieselmotorisierten Marken zum Einsatz kommen, schließlich kommt die Software von Zulieferern, die ebenfalls global den Herstellern zuarbeiten.
Die Standards sind inzwischen so hoch geschraubt worden, dass die Not groß sein muss, wenn Giganten wie VW zu solchen „Umgehungsmaßnahmen“ greifen, und das nach Ertappen prompt zugeben. Winterkorn zahlt nun einen teuren Preis dafür, der Welt größte Autobauer sein zu wollen. Den Käufern wird eine Mogelpackung angeboten, um auf dem Weltmarkt bestehen zu können. Somit kommt diese Tatsache auch auf uns in Europa zu, wo die Umweltschützer sogleich das Verbot von Dieselmotoren fordern. Die nächste Irrwitzigkeit.
Die Anzeichen der Krise betreffen zum Beispiel einbrechenden Finanzmärkte, unlenkbar gewordenen Flüchtlingszunami und flächenwirksame Arbeitslosigkeit. Fakten, die jede langfristige wirtschaftliche Perspektive ad absurdum führen. Solange insbesondere China für westliche Konzerne als Billigproduktionsland gilt, in dem auch katastrophale Arbeitsbedingungen herrschen, hat das Auswirkungen auf unsere Wirtschaft. Die wirtschaftliche Leistbarkeit ist an ihr Grenzen gestoßen.
Winterkorn ist der erste Topmanager, der sich von den technisch möglichen Tricksereien verführen hat lassen. Er wird nicht allein bleiben, wie die flauen Reaktionen seiner Mitbewerber vermuten lassen, die ja auch auf dieselbe Softwarebasis ihrer Zulieferer zurückgreifen.
Wohlstand lässt sich weder ex- noch importieren. Wenn wir Wohlstand erhalten wollen, brauchen wir diesen auch in den anderen Teilen der Welt, damit die Menschen nicht zu Millionen flüchten, um sich dort zu nehmen, wo – vermeintlich – noch was zu holen ist.
Man stelle sich vor, die Chinesen suchen das Weite, weil ihre unmenschlichen Arbeitsbedingungen keinen anderen Ausweg mehr zulassen! Ach ja Österreich! Wir lassen uns von den Experimenten der Hersteller nicht weiter irritieren, auch wenn deren Software ideal geeignet erscheint, digital auf Fahrzeughandel, Kundenbindung und Marge einzuwirken. Das ist eine Geschichte für später.
