Aber fürchten tun wir uns alle. Irgendwie! Nur auf der IAA nicht, da haben Serienautos, Sondermodelle und Studien ihren trotzig-protzigen Ausstellungsplatz, obwohl wir uns alle – noch – den Luxus der Grünparteien leisten.
Also nehmen wir die vielen tollen Innovationen mit auf die Reise ins Morgen, Menschen zu unterstützen, ihre Ziele zu erreichen. Effizient eingesetzt, können diese Daten unsere Lebensqualität verbessern. Zumindest für jenes obere Viertel, das sich das alles leisten kann. Elektromobilität schwächt sich schon wieder ab, dafür gewinnen Vernetzung und autonomes Fahren an medialer Bedeutung.
Die BRIC-Staaten als ausgelobter, globaler Wirtschaftsmotor mit China vorneweg, ist lediglich ein Thema für Insider, dieses passt aber so gar nicht in die von den Industriekapitänen gelenkte positive Informationslandschaft. Bei Lohndumping und weiterer Schröpfung der Arbeitnehmer nehmen sich die Autohersteller gerne aus dem Argumentationsrennen. Der Verteilungskampf um die knappen, finanziellen Ressourcen ist längst Programm. Sie wollen ja nur ihre Autos unters Volk bringen, und dafür ist die IAA da. Das ist bei schlechten Arbeitsmarktaussichten eine kurzfristige Lösung. Die Verteilungskämpfe finden im unteren Viertel der Gesellschaft statt. Ohne rasche Arbeitsplatzbeschaffung in unseren Regionen, überschätzen die Automanager ihre Möglichkeiten zur Sanierung der Wirtschaftsleistung.
Wohlgemerkt, wir reden hier nur von der Autowirtschaft. Jeder im Metier versucht seine Theorie, von anderen zu fordern, sich selbst aber außen vor zu halten. Die Globalisierung der Märkte ist zunehmend auch eine Globalisierung der Menschen. Dazwischen herrscht reine Schikane. Was soll’s: Zunächst wird auf der IAA der automobile Altar angebetet, mit den vielen schlauen Produktinnovationen, denen zunehmend die Käufer abhanden kommen.
Erst die Schuldenkrise, jetzt die Flüchtlingskrise. Die europäische Union sollte eine Wertegemeinschaft und keine Gewinngemeinschaft sein. Die 66. IAA läuft ab wie bisher, im Denken um neue, zukunftsfähige Wirtschaftsleistungsstrategien haben die Hersteller keine Innovation vorgesehen.
