Wiens Unternehmen leiden zunehmend unter Beeinträchtigungen im Straßenverkehr: Die Anlieferung in die Stadt wird durch Staus auf wichtigen Einfallstraßen verlängert, die Anrainer-Parkzonen erschweren die Belieferung von Geschäften und Haushalten.
Die in den vergangenen Monaten in einigen Wiener Bezirken ausgedehnten Anrainerzonen in Wien bringen für Gewerbebetriebe und Lieferanten immer größere Probleme. Durch die Beschilderung als Halteverbot fällt die Nutzung dieser Parkplätze für wirtschaftliche Aktivitäten oder auch für den Lieferverkehr aus.
Robert Breitschopf, Landesinnungsmeister der Wiener Installateure, hat gemeinsam mit den Sparten Gewerbe und Handwerk sowie Transport und Verkehr konkrete Lösungsvorschläge für diese Probleme erarbeitet, die die Probleme entschärfen könnten: Er schlägt Parkverbote statt Halteverbote vor, um kurze Liefer- und Ladetätigkeiten zu ermöglichen. Darüber hinaus sollte eine zeitliche Staffelung der Anrainerzonen entsprechend dem tatsächlichen Bedarf erfolgten. Auch eine Gleichbehandlung der Anrainer und Betriebe mit dem Öffnen der Anrainerzonen für betriebliche Kfz mit Parkkarte für Montage- und Servicefahrzeuge wird gefordert. Weiters sollten Anrainerzonen nur auf einer Straßenseite eingerichtet werden, sodass stets zumindest auf einer Straßenseite auch für die Wirtschaft Halte‐ und Vorfahrtsmöglichkeiten bestehen.
Zudem schlägt Davor Sertic, Obmann der Sparte Transport und Verkehr vor, auf wichtigen Einfallstraßen versuchsweise eigene „Wirtschaftsspuren“ einzurichten, weil dadurch Verzögerungen für Waren- und Güterlieferungen hintangehalten werden könnten. So habe etwa Salzburg in der Vogelweider Straße eine Wirtschaftsspur eingerichtet. Sie liegt auf einer wichtigen Einfahrtsroute vom Autobahnknoten Salzburg Nord, die Bussen und LKW zur Verfügung steht. Für Wien regt Breitschopf deshalb an, die Triester Straße und die Lassalle Straße in die engere Wahl für das Pilotprojekt „Wirtschaftsspur“ zu nehmen.
