Nach der Neuordnung Niederösterreichs werde es statt bisher 21 nur noch 20 Bezirke geben, die Gemeinden des Bezirks Wien-Umgebung sollen je nach Lage in Zukunft in die Bezirke Bruck an der Leitha, Gänserndorf, Mödling, St. Pölten und Tulln integriert werden. Per 1. Jänner 2017 ist der Bezirk Wien Umgebung damit Geschichte, auch die Kfz-Kennzeichnen mit der Kennung WU gehören dann bei Neuanmeldungen der Vergangenheit an.
Welches „Einsparungspotential“ ein derartiger Schritt bergen soll, bleibt zumindest für die dadurch betroffenen Kfz-Besitzer dahingestellt. Eine simple und jahrzehntelang erprobte Lösung ließe sich sofort wieder umsetzen: 9 Buchstaben-Kennungen für 9 Bundesländer, wobei es Vater Staat natürlich überlassen bleiben sollte, weiter gutes Geld für Wunschkennzeichen lukrieren zu dürfen.
Diskussionen darüber sind programmiert: Klosterneuburgs Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager (ÖVP), der sich kurz nach Bekanntwerden des Plans zu Wort meldete, kann sich offensichtlich nicht mit künftigen TU-Kennzeichen anfreunden: man begehre ein eigenes Kennzeichen „um die hohe Identifikation der Bewohner mit der Stadtgemeinde widerzuspiegeln.“ Freilich bedürfte es dabei einer behutsamen Buchstabenwahl – mit der Kennung „KLO“ (Die Kürzel KL und KO – Klagenfurt und Korneuburg sind schon vergeben) würden die Klosterneuburger wohl auch nicht wirklich glücklich sein.
Ängste, dass durch ein derartige Reform das persönliche Lokalkolorit verloren gehen und Lenker in einen Bundesländer-Topf geworfen werden, mag es zwar geben, dennoch würden sich die Betroffen früher und später wohl damit abfinden. Die Wiener haben das schon: Undenkbar, wenn Wiener Kennzeichen auch die entsprechende Bezirksbezeichnung tragen müssten: W-SIM gegen W-OTT – das wäre wohl wahre Brutalität!
