Die Steuerung von Versicherungsschäden in „Partnerwerkstätten“, die sich im Gegenzug zu niedrigeren Stundensätzen verpflichten müssen, ist bei unseren deutschen Nachbarn seit Jahren üblich. Diese Entwicklung wurde vom Marktführer HUK-Coburg federführend vorangetrieben. Jetzt folgt der nächste Schritt: Unter dem Namen „Service Select“ bietet der Versicherer über seine Partnerbetriebe gängige Werkstattleistungen zu aggressiven Preisen an.

 

Eine Inspektion für Kleinwagen („Mini-Klasse“) gibt es inklusive Material und Arbeitszeit zum Fixpreis von 199 €, das deutsche Pendant zur §-57a-Untersuchung („AU/HU“) wird mit 79 € beworben. Auch das Reifengeschäft hat das Interesse der HUK-Coburg geweckt: Sie offeriert den Räderwechsel für 19 €, das Auswuchten für 20 € und die saisonale Reifeneinlagerung für 49 €. Bei den Reifenpreisen garantiert man das „günstigste tagesaktuelle Vergleichsangebot“.

 

Dass teilnehmende Werkstätten ihre unternehmerische Selbstständigkeit größtenteils aufgeben, liegt auf der Hand. Dennoch scheinen auf der Homepage von „Service Select“ bereits 10 Betriebe auf. „In 3 bis 4 Jahren“ soll laut einem Sprecher der HUK-Coburg das Netz auf bis zu 300 Partner ausgebaut werden, langfristig ist eine weitere Ausdehnung geplant.

 

Dass die volumenstärkste Versicherung dem Kfz-Gewerbe nunmehr uneingeschränkte Konkurrenz macht, sorgt erwartungsgemäß für Empörung beim Branchenverband ZDK. Doch auch die (in Deutschland bekannt einflussreichen) Autohersteller werden mit der HUK-Coburg keine Freude haben: Schließlich verspricht sie, die Reparatur- und Inspektionspreise in Markenbetrieben um 30 % zu unterbieten.