So lautet das Ergebnis einer Umfrage unter Toplieferanten und namhaften Vertriebspartnern. Reifenhändler, die sich längerfristig an Marken binden, erhalten jetzt bereits finanzielle Zugeständnisse in Form von Zahlungszielverlängerungen. Einige Lieferanten nehmen auch Ware zurück, um den finanziellen Druck von ihren Händlern zu nehmen. Allerdings verbunden mit dem Problem, dass die Warenmengen nicht vom Markt verschwinden, weil andere Lieferkanäle ebenfalls mit Reifenware vollgestopft sind und auch keine Exportmärkte mehr aufnahmefähig sind.

 

Finanzielle Auszehrung der Konsumenten und eine andauernde Antiautostimmung zeigen Wirkung. Die Poolzahlen im Pkw-Winterreifensegment deuten beharrlich auf minus 15 bis 20 Prozent Rückstand zum Vorjahr hin, im Lkw-Segment fehlen aktuell bis zu 40 Prozent Menge. Die Verkaufspreise für Pkw-Reifensorten an Endverbraucher erodieren verglichen zum Vorjahr zwischen 5 und 10 Prozent, was sich bei fortdauernder Absatzflaute noch weiter verschlimmern kann.

 

So rechnen die Europamanager der Hersteller auf Dauer mit einem deutlich niedrigeren Absatzniveau als die letzten Jahre und alle glauben sie, ihr Minus zu Lasten der Wettbewerber in Grenzen halten zu können. Jedenfalls werden die Produktionskapazitäten den sich abzeichnenden Marktrealitäten laufend angepasst. Der Reifenhandel hat die Hoffnung, Mitte 2013 wieder in eine leichte Nachfragesteigerung zu münden.