Mit voraussichtlich 12 Millionen Autos dürfte der Gesamtmarkt in der EU heuer um 3,5 Millionen Stück niedriger ausfallen als noch im Jahr 2007. „Die Fahrzeugverkäufe werden kurz- bis mittelfristig nicht auf das Vorkrisenniveau zurückkehren, sodass die Industrie die vorhandenen Überkapazitäten anpassen muss“, sagt Ivan Hodac, Generalsekretär der ACEA. Er spricht von 25 bis 30 % durchschnittlicher Überkapazität, wobei die Unterschiede zwischen den einzelnen Marken groß seien: „Manche Hersteller nützen 50 bis 60 % ihrer Kapazität, während andere bei 80 bis 90 % oder sogar darüber sind.“

 

Angesichts dieser Zahlen kündigen die Autobauer drastische Restrukturierungsmaßnahmen an. Von der Politik fordern sie begleitende Maßnahmen, die schneller wirken als das langfristig angelegte Programm „Cars 2020“. Dazu Hodac: „Die EU sollte dringend alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel nützen, um die sozialen und wirtschaftlichen Konsequenzen des derzeitigen Restrukturierungsprozesses abzumildern.“ Besonders wichtig seien einerseits Arbeitszeitflexibilisierungen und andererseits Unterstützungsmaßnahmen für gekündigte Arbeitnehmer sowie von Werksschließungen betroffene Regionen.

 

Darüber hinaus warnen die Autobauer vor neuen Freihandelsabkommen, wie sie beispielsweise 2011 mit Korea abgeschlossen wurden: „Wir können es uns nicht leisten, in Krisenzeiten unsere Märkte zu öffnen, solange es kein ebenes Spielfeld gibt“, warnt Hodac.