„Bis 2025 erwarten wir alleine in Europa ein Marktpotential von über 20 Milliarden Dollar für Hybrid- und Elektrofahrzeug-Batterien“, so Dr. Götz Klink, Leiter der Automotive Practice von A.T. Kearney. „Aber nur wer die nächsten fünf Jahre übersteht, wird davon profitieren können – und das wird für viele Unternehmen schwierig“, so Klink weiter. In Zukunft werden fallende Batteriepreise die Voraussetzung für E-Mobilität schaffen. „Wir erwarten, dass die Batteriekosten bis 2025 um mehr als die Hälfte auf etwa 290 Dollar je Kilowattstunde sinken werden“, sagt Stephan Krubasik, Principal bei A.T. Kearney und Studienautor.
„Mit den zukünftigen Batteriepreisen ist ein Plug-in Hybrid, was die Gesamtkosten inklusive Verbrauch angeht, kaum noch teurer als ein entsprechender Benziner“, so Krubasik. Bevor Batteriehersteller von den wachsenden Märkten profitieren können, sei jedoch ein steiniger Weg zu meistern. Aktuell bauen weltweit über 30 Zellhersteller Produktionskapazitäten auf. Die Nachfrage laufe aber nur langsam an. „Es drohen erhebliche Überkapazitäten“, so Krubasik. Dadurch seien die Zellhersteller mit einem enormen Preisdruck seitens der Automobilhersteller konfrontiert. Am Markt herrsche, so der Experte, ein regelrechter Preiskampf.
Durch hohe Investitionen, geringe Margen und Überkapazitäten werde sich die junge Branche schnell konsolidieren. „Überleben werden mittelfristig wohl nur die großen, finanzkräftigen und globalen Unternehmen. Wir erwarten, dass es von den heute über 30 Herstellern von Batteriezellen für elektrische Antriebe bis 2025 nur noch etwa 10 geben wird“, so Krubasik. Die ersten Insolvenzen hätten sich in jüngster Vergangenheit schon beobachten lassen. Langfristig müsse auch Europa darauf achten, gegenüber asiatischen Herstellern nicht ins Hintertreffen zu geraten, glaubt auch Dr. Götz Klink. „Batterien werden Schlüsselkomponenten der zukünftigen Automobilindustrie sein. Von den attraktiven Marktaussichten werden aber nur die Unternehmen profitieren, die sich strategisch auf die bevorstehenden Umbrüche in der Industrie einstellen“, so Klink.
