Man hätte darauf wetten können, dass sich die selbst ernannten Umweltschützer auch jetzt zu Wort melden würden: Denn schon bei der Weltpremiere des VW Golf am 4. September in Berlin hatten Aktivisten die fast fünf Liter Benzin, die das Einstiegsmodell auf 100 Kilometer benötigt, als „kläglichen Wert“ bezeichnet. Auch die Publikumspremiere auf dem Pariser Autosalon Ende September nutzten die Greenpeacler, um sich wichtig zu machen. Und auch jetzt, wo das Auto bei den Händlern steht, spricht man von „verfehlten Klimazielen“ und davon, dass ein Drei-Liter-Auto technologisch leicht machbar wäre.

 

Das stimmt: Aber zu welchen Preisen?! Erinnert Ihr Euch, liebe Umweltschützer, noch an das wirtschaftliche Fiasko mit dem Drei-Liter-Lupo und dem Audi A2 rund um die Jahrtausendwende? Kleine Autos, die durch die lange Forschung, die schwierige Produktion, die teuren Materialien und die geringen Stückzahlen so teuer waren, dass sie – wenn überhaupt – fast nur von Gemeinden, Energieversorgern und ähnlichen Unternehmen gekauft wurden, die sich damit ein „grünes Mäntelchen“ umhängen wollten. Für Otto Normalverbraucher waren diese Autos schon damals fast unerschwinglich, der Mehrpreis ließ sich durch den geringeren Verbrauch nie und nimmer wieder hereinbringen. Und heute? Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten lassen sich Autos in dieser Klasse fast nur noch über den Preis verkaufen und sicher nicht über den einen oder anderen Zehntelliter weniger an Verbrauch.

 

Niemand will, dass wieder Spritfresser auf den Markt kommen. Aber 4,9 Liter sind (auch wenn es in der Praxis wohl eher sechs sein werden) ein extrem guter Wert für ein Auto mit 85 PS. Für einen „Benziner“, wohlgemerkt! Der Basis-Diesel (105 PS) verbraucht sogar nur 3,8 Liter und der im nächsten Jahr nachgereichte BlueMotion-Golf wird sich mit 3,2 Litern begnügen. Werdet Ihr auch da noch schreien, liebe Leute von Greenpeace? Oder habt nicht vielmehr Ihr Umweltschützer mit der Kritik am Golf das Ziel verfehlt? Es gäbe wohl dringendere Probleme zu lösen auf dieser Welt. Aber wer das meist verkaufte Auto Europas schlecht macht, kommt eben am schnellsten in die Medien, macht auf sich aufmerksam und kann Spenden sammeln.

 

Durchschaubar wie ein Glas mit feinstem Wiener Hochquellwasser!