Laut einer erst im Mai unterzeichneten Absichtserklärung hätten ab 2014 jährlich rund 50.000 Stück des C-Segment-Fahrzeugs in Graz produziert werden sollen. Statt dessen wird die Nissan-Tochter Infiniti das Einstiegsmodell konzernintern am britischen Standort Sunderland herstellen. Dies wird in der Branche als Reaktion auf den anhaltend schwachen europäischen Automarkt gewertet, in dessen Folge Nissan die Auslastung der eigenen Kapazitäten absichern will. Magna bleibt lediglich die Zusammenarbeit im Entwicklungs- und Zulieferbereich, die unabhängig vom Lohnfertigungsauftrag bereits seit längerem bestand.

 

In Summe gerät Magna Steyr zunehmend unter Druck: Erst Anfang Oktober hatte BMW angekündigt, die Mini-Produktion von Graz in das ehemalige Nedcar-Werk im niederländischen Born zu verlagern. Allerdings werde man stattdessen einen anderen Auftrag an Magna Steyr vergeben, hieß es aus dem Münchner Konzern. Dem Vernehmen nach soll dieser Wechsel 2016 vollzogen werden. Bei Magna Steyr werden derzeit die Mercedes-Benz G-Klasse, der Peugeot RCZ und der Mini Countryman produziert. Noch heuer soll die Produktion des Coupés Mini Paceman anlaufen, zudem fertigt man die Karosserien für den Mercedes-Benz SLS AMG.

 

Wie viel Fahrzeuge heuer insgesamt von Band laufen werden, will man bei Magna Steyr noch nicht abschätzen: 2011 wurden in Graz jedenfalls rund 130.000 Autos produziert, im ersten Halbjahr 2012 waren es etwa 63.000 Stück.