Im bisherigen Jahresverlauf stieg der Anteil der gewerblichen Pkw-Neuzulassungen gegenüber 2011 von 48 auf 51 %. Verantwortlich dafür sind laut dem Verkehrsclub Österreich (VCÖ) „nicht vermehrte Kurzzulassungen, sondern die steuerlichen Begünstigungen für Firmenwagen“. So mancher unter dem Zulassungsdruck der Konkurrenz (und des eigenen Importeurs) stöhnende Händler würde sich wünschen, die notorischen Autokritiker hätten recht. Ein Blick in die Kurzzulassungsstatistik zeigt jedoch, dass die Anmeldungen unter 60 Tagen von Jänner bis September um 4.462 Stück gestiegen sind – das ist ein größeres Plus als die 4.230 Stück Zuwachs bei den gesamten betrieblichen Neuzulassungen.
Auf Basis seiner (widerlegten) Marktanalyse erhebt der VCÖ politische Forderungen: Die Möglichkeit, Firmenfahrzeuge als Sachbezug zu versteuern, soll wegfallen. Außerdem sei der derzeit um 8,5 % niedrigere Mineralölsteuersatz für Diesel (die meisten Firmenfahrzeuge haben Dieselantrieb) auf das Niveau von Benzin angehoben werden. Dabei übersieht der Verkehrsclub, dass es auch veritable steuerliche Benachteiligungen gibt: Beispielsweise sind in Deutschland alle betrieblich genutzten Autos vorsteuerabzugsberechtigt, hierzulande aber nur einige wenige Fahrzeugtypen.
„Fakt ist, dass Firmenfahrzeuge steuerlich benachteiligt sind, weil sie das einzige Betriebsmittel sind, das nicht vorsteuerabzugsberechtigt ist“, unterstreicht auch Dr. Christian Pesau, Geschäftsführer des Arbeitskreises der Automobilimporteure. Er weist zudem auf weitere Ungereimtheiten in den Ausführungen des VCÖ hin: So seien Firmenautos jünger und würden öfter erneuert, was einerseits für höhere Steuereinnahmen und andererseits für mehr Umweltfreundlichkeit sorge. „Außerdem unterliegen diese Fahrzeuge der sogenannten Luxustangente, die die Höhe der steuerlichen Abschreibung streng reglementiert“, wehrt sich Pesau gegen die „populistischen Aussagen“.
