Im Zuge der Wende in der Biosprit-Politik sollen laut EU-Energiekommissar Günther Oettinger alternative „Biokraftstoffe der zweiten Generation“ gefördert werden. Diese werden zum Beispiel aus Abfall oder Stroh gewonnen, verursachen erheblich geringere Treibhausgasemissionen als fossile Kraftstoffe und haben keine direkten Auswirkungen auf die Nahrungsmittelproduktion.
Der österreichische Umweltminister Dipl.-Ing. Nikolaus Berlakovich, ein erklärter Biosprit-Befürworter, reagiert skeptisch: „Die Neubewertung des Anteils von Biokraftstoffen im Fahrzeugsprit durch die EU-Kommission darf nicht dazu führen, dass Erdöl in ungerechtfertigter Weise bevorzugt wird.“
Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) will dagegen noch mehr Zurückhaltung beim Biosprit. Die „klimaschädlichen Effekte aus der indirekten Landnutzung“ würden nicht in Klimabilanz der Treibstoffe eingerechnet, kritisiert Ulla Rasmussen: „Damit können weiter Agrokraftstoffe auf den Markt kommen, die in ihrer Gesamtbilanz klimaschädlicher sind als herkömmlicher Sprit.“
Übersetzt: Für den VCÖ ist Erdöl böse und Biotreibstoff bitterböse – das muss so sein, schließlich ist Fundamentalkritik an der motorisierten Mobilität das Credo der selbst ernannten Verkehrsexperten. Statt sachliche Fortschritte zu würdigen, werden stereotyp „mehr Bahnverbindungen“ gefordert – kein Wunder, wenn man bedenkt, wer den Club zu einem beträchtlichen Teil finanziert.
