Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO sterben weltweit jährlich 1,2 Mio. Menschen im Straßenverkehr, 50 Millionen werden verletzt. Im Ranking der häufigsten Todesursachen liegen Verkehrsunfälle somit auf Rang 9, noch vor Gewalttaten und Konflikten. Dank einer verbesserten Gesetzeslage sowie sichereren Fahrzeugen konnte von 2000 bis 2009 in den OECD-Ländern zwar ein Rückgang zwischen 20 und 50 Prozent beobachtet werden, in den Schwellenländern sieht es aber anders aus. Der westpazifische Raum, Südostasien und Afrika kommen zusammen auf zwei Drittel aller Verkehrstoten.

 

Verkehrsexperten sehen hier auch einen Zusammenhang zwischen der Verkehrssicherheit und den wirtschaftlichen Bedingungen sowie den technischen Standards. Dr. Christoph Lauterwasser, Leiter des Allianz Zentrum für Technik: „Je geringer das Pro-Kopf-Einkommen, desto höher das Todesrisiko im Straßenverkehr. Dieser Trend muss gestoppt werden, Verkehrssicherheit darf keine Frage des Wohlstands sein.“

 

In Österreich ist die Zahl der Verkehrstoten übrigens glücklicherweise stark rücklaufend. Die meisten Toten gab es mit 2.948 Personen laut Statistik Austria im Jahr 1972, im Vorjahr waren es noch 523. „Auch wenn die Zahl der Todesopfer in Österreich weiter sinkt, von der ‚Vision Zero’ sind wir leider noch weit entfernt“, so Dr. Johann Oswald, Vorstand der Allianz-Gruppe in Österreich zu den Ergebnissen des aktuellen Allianz Risk Pulse.

 

Künftig sollte verstärktes Augenmerk auf die Prävention gelegt werden, die passive und aktive Sicherheit müsse weiter gestärkt werden. So können etwa Fahrerassistenz-Systeme in einkommensstarken Ländern in hohem Maß zur Bekämpfung von Unfällen beitragen.