Eigentlich müssten alle Fahrzeuge, die nach dem 1.1.2011 typzugelassen wurden, das neue Klimagas verwenden. Dieses verursacht wesentlich geringere CO2-Emissionen als der Vorgänger R134a, ist jedoch bisher um ein Vielfaches teurer und gilt zudem als potenziell feuergefährlich. Auf letztere Tatsache nimmt Daimler bei seiner jüngsten Entscheidung Bezug: „Trotz der vielfach bestätigten unkritischen Ergebnisse“ habe man R1234yf einem neuen, selbst entwickelten „Real-Life-Prüfverfahren“ unterzogen.
Dabei tritt das Kältemittel unter Hochdruck in der Nähe von heißen Teilen der Abgasanlage aus. „Das reproduzierbare Ergebnis, das einen sehr schweren Frontalaufprall in Verbindung mit einem Bruch der Kältemittelleitung nachstellt, zeigt, dass das Mittel, das unter vergleichbaren Laborbedingungen schwer zu entflammen ist, sich in einem heißen Motorraum als zündfähig erweisen kann“, teilt Daimler mit. Die Folge: Der Hersteller will weiter R134a verwenden.
Wie weit dies rechtlich möglich sein wird, ist freilich noch unklar. Generell ist die Begeisterung für R1234yf aber enden wollend. Bislang werde das Mittel erst in 4 Autos verwendet, berichtet Experte Jürgen Steindler vom Klimaservicegeräte-Hersteller Dometic: „Alle anderen kürzlich eingeführten Fahrzeuge wurden entweder vor dem 1.1.2011 typzugelassen oder nützen Ausnahmegenehmigungen.“
In einer Reaktion begrüßte der ADAC den Meinungsumschwung bei Mercedes: Damit setze der Hersteller ein deutliches Signal für die Weiterentwicklung umweltfreundlicher und ungefährlicher Kältemittel.
