Sie stellen sich gerne als urban, modern, trendig und umweltfreundlich dar – die Protagonisten der Radlobby „IG-Fahrrad“. Tatsächlich katapultieren sie sich mit dieser Aktion ins Mittelalter und damit endgültig ins Out. Im Rahmen der Veranstaltung „Rasen am Ring“, die am 22.9. stattfindet, rief IGF-Obmann Alec Hager die Wienerinnen und Wiener zu einer Wette auf: „Wir wetten, dass niemand sein Auto für ein Faltrad aufgibt.“ Das Faltrad erhält lt. Wettmodus, der/die erste AutobesitzerIn, der/die mit seinem/ihrem fahrbereiten Auto am Tag der Veranstaltung zwischen 15 und 16 Uhr zum Opernring kommt, dieses dort teert und federt, danach ordnungsgemäß behördlich abmeldet und so ein Highlight beim „autofreien Fest für eine lebenswerte Stadt“ bilden soll.
Vielleicht hätten die Veranstalter derartiger Aktionen kurz prüfen sollen, wofür dieser Wettmodus eigentlich steht: Geteert und gefedert wurden Menschen seit der Antike, meist in Form der Lynchjustiz. Bis ins 19. Jahrhundert war diese menschenverachtende Folter vor allem in den USA verbreitet und erlebte 1915 durch die Neugründung des rassistischen Ku-Klux-Klan eine Wiederentstehung. Die „tar-and-feather-parties“ des Ku-Klux-Klans dienten danach als Instrument zur Einschüchterung und Folter missliebiger Personen.
Ob IGF-Obmann Hager mit dieser Wette Erfolg haben wird, ist ungewiss. Schon im Vorjahr war sie mit demselben Wetteinsatz von Misserfolg gekrönt. „Wir verlieren diese Wette gerne“, sagt Hager, was wir ihm an dieser Stelle auch wünschen.
