Das mediale Trommelfeuer der E10-Gegner in den vergangenen Wochen, die neuen Entwicklungen in der EU und nicht zuletzt die abwartende Haltung der Mineralölkonzerne haben bei Berlakovich letztlich doch noch ein Umdenken bewirkt. Quasi in letzter Sekunde – genau zwei Wochen vor der geplanten Einführung des Biotreibstoffs E10 – stellte er die Signale auf „Rot“. Nach Gesprächen mit den zuständigen Kommissaren in Brüssel kam der Burgenländer zum Schluss, dass es sinnvoll sei, die Einführung von E10 in Österreich auszusetzen, bis die Situation auf europäischer Ebene geklärt sei.
Nichtsdestotrotz geht Berlakovich weiterhin von einem Einsatz pflanzlicher Rohstoffe zur Treibstoffgewinnung aus: „Wir müssen das Thema weiter verfolgen, um unsere Klimaziele zu erreichen.“ Im Moment sei eine sachliche Diskussion aber nicht mehr möglich gewesen.
Beim ARBÖ, der in den vergangenen Monaten rd. 20.000 Unterschriften gegen die Einführung von E10 gesammelt hat, fordert man nun, das gesamte Thema „für fünf Jahre einzufrieren“. Es sei höchste Zeit gewesen, dass Minister Berlakovich die Notbremse gezogen habe, meinte Generalsekretärin Mag. Lydia Ninz: „Die EU fordert einen Anteil von 5 % an erneuerbarer Energie bei Treibstoffen. Das haben wir mit der Beimischung von 7 % bei Diesel und 5 % bei Benzin schon jetzt locker erfüllt.“ Man dürfe Autofahrer nicht unnötig mit weiteren Ausgaben belasten.



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