Die Hintergründe des politischen Schildbürgerstreichs: Um die von Umweltminister Nikolaus Berlakovich per „IG-Luft-Abgasklassenkennzeichnungsverordnung“ ermöglichten Fahrverbote durchzusetzen, müssen Autos entsprechend der Euro-Emissionskategorien gekennzeichnet werden. Verpflichtend ist dies für die Fahrzeughalter freilich nur dann, wenn sie in eine „Umweltzone“ einfahren wollen. Die erste derartige Zone hätte in Graz eingerichtet werden sollen, wurde aber bei einer Bürgerbefragung mit großer Mehrheit abgelehnt.
Verlangt ein Autofahrer dennoch nach einer Plakette, können die Werkstätten diesem Wunsch bis auf Weiteres nicht nachkommen: Die „Abgasklassifizierungsdatenbank“, in der unter Eingabe von Fahrgestellnummer und/oder Zulassungsdatum die jeweilige Abgasklasse abgerufen werden kann, ist noch immer nicht fertig. Schon vor Monaten habe man das Umweltministerium auf den dringenden Handlungsbedarf hingewiesen, heißt es aus dem Bundesgremium des Fahrzeughandels: Gefruchtet hat das offensichtlich nichts.
Nicht nur, dass der „Lebensminister" die Kfz-Betriebe zu Handlangern einer zutiefst branchenfeindlichen (und umweltpolitisch wirkungslosen) Zwangsmaßnahme macht: Er stellt ihnen nicht einmal die Mittel zur Verfügung, damit sie ihren neuen Verpflichtungen gesetzeskonform nachkommen können. Herr Minister, die Stadtväter von Schilda wären stolz auf Sie!
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