Seit Jahrzehnten sind langgediente Rettungsleute in Staugebieten im Einsatz. Für sie gibt es keine Notwendigkeit, eine Rettungsgasse zu bilden. Die Anfahrtszeiten sind bedeutend länger und auf den Fahrbahnen herrscht Chaos. Wem ist es noch nicht passiert, dass plötzlich vor einem der Stau auftaucht und jeder ist zunächst damit beschäftigt, nicht in einen Auffahrunfall verwickelt zu werden. In den 8 Monaten seit Einführung hat sich die Rettungsgasse ad absurdum geführt.
Hingegen kann die Verkehrspolizei viel strafen und der Zweck heiligt bekanntlich die Mittel. Ergo reduziert sich die vordergründig bezeichnete Sicherheitsmaßnahme auf eine reine Geldbeschaffungsmethode. Das Geld braucht man, um die unzähligen Überkopfwegweiser mit Rettungsgasse-Hinweisen in ihrem Kostenaufwand legitimieren zu können. Die staatliche ASFINAG verstromt jeden Autostraßenkilometer, die staatlichen Bundesforste inzwischen nahezu jeden Waldweg, die Gemeinden wollen ohne beleuchtete Radwege nicht mehr zurechtkommen. Der nächste Schritt wird eine eigene Verkehrsordnung mit Ampelregelung auf Gehsteigen sein. Der diesbezügliche Erfindergeist ist nicht enden wollend ebenso wie der dazugehörige Strafenkatalog. Im zitierten Strafmaßnahmenpaket fehlt mir allerdings jene Position, die die Erfinder solcher Maßnahmen einbezieht, wenn sich die Unsinnigkeit der Maßnahme herausstellt, wie eben jetzt bei der sogenannten Rettungsgasse.
Aber die Kapazitäten der Exekutive geraten an ihre Grenzen, sodass die Zukunft die Entscheidungsträger in Stadt und Land schneller einholen wird, als es der Regierung der Republik lieb sein kann. Ein System, das immer am Anschlag arbeitet, ist anfällig für Störungen. Das beweist täglich die Verkehrslage, die dem heutigen Verkehrsbedarf nicht gerecht wird. Wer nicht auf die Straße muss, macht einen großen Bogen drum herum. Der Straßenverkehr ist trotz aller aktuellen Probleme immer noch ein Wachstumsfaktor. Die EU braucht unseren Verkehrsraum nicht. Andere stehen bereit, unser Business zu übernehmen. Es ist eine reale Bedrohung, dass Österreich sich seine Verkehrskapazitäten selbst nimmt. Am Ende gibt es zu wenig Fahrzeugverkehr, um sich den Strafenkatalog auch leisten zu können. Die Kuh, die man melkt, braucht auch Futter, sonst streckt sich der Esel umsonst und keine Goldtaler fallen in die Steuerkassen. Spätestens dann ist die Rettungsgasse obsolet.
