Ab 15.10.2013 hätte der Grazer Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl Dieselfahrzeuge der Abgasklassen Euro 0, Euro 1 und Euro 2 sowie Euro-3-Modelle ohne Partikelfilter aus Graz aussperren wollen. Doch aus diesen (von Umweltminister Dipl.-Ing. Nikolaus Berlakovich goutierten, doch ökologisch erwiesenermaßen wirkungslosen) Fahrverboten wurde nichts: Exakt 69,34 % jener 70.593 Personen, die in den vergangenen Wochen an der „Bürgerbefragung“ teilnahmen, sprachen sich dagegen aus.
„Damit sind die Fahrverbote endgültig vom Tisch“, freut sich Ing. Klaus Edelsbrunner, Landesgremialobmann des Fahrzeughandels. Er hatte von Anfang an davor gewarnt, dass die Umweltzone nicht nur massive Auswirkungen auf die Kfz-Branche hätte, sondern in der Grazer Innenstadt insgesamt 1.500 Arbeitsplätze gefährden würde. Vor dem Hintergrund einer „deutlich gestärkten Verhandlungsposition“ zeigt sich Edelsbrunner aber gesprächsbereit: „Wir stehen für eine neue Partikelfilter-Nachrüstaktion ebenso zur Verfügung wie für ein ‚Jobticket‘, um Angestellten von Innenstadtbetrieben die kostenlose oder zumindest vergünstigte Benützung öffentlicher Verkehrsmittel zu ermöglichen.“ Auf Bundesebene unterstreicht die steirische Wirtschaftskammer ihre Forderung, den Vorsteuerabzug auf alle betrieblich genutzten Pkws der Schadstoffklasse Euro 5 auszudehnen.
Die Grazer Stadtregierung hatte zu Beginn der Bürgerbefragung erklärt, bei mehr als 35.000 Teilnehmern jedes Ergebnis als bindend zu betrachten. Neben der Umweltzone wurde mit dem Ankauf der „Reininghausgründe“ ein weiteres Prestigeprojekt des Rathauses klar abgelehnt.
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