Händler, vor allem jene, die nicht in einem Agenturmodell handeln, müssen „zurück an den Start“. Damit meine ich ein Rückbesinnung auf Prozesse, die vor dem Vertriebswandel – genau genommen vor der Coronazeit – zählbare Erfolge gebracht haben. Lassen Sie mich das bei meinem Lieblingsthema „Gebrauchtwagen“ konkretisieren:  

Leider haben wir in Mangelzeiten ab 2020 gelernt, dass wir Gebrauchtwagen zu irrwitzig hohen Preisen einkaufen und noch teurer verkaufen konnten, ohne auf Eintauschqualität, Marktkonformität, Aufbereitungsqualität, Fotoqualität oder Marketing achten zu müssen. Es reichte, einfach Ware zu haben, um erfolgreich zu sein!

In dieser Zeit haben viele Händler oder Führungskräfte die Prozesseignerschaft in ihren Betrieben verloren bzw. bestehende Prozesse über Bord geworfen. Es war ja auch nicht mehr notwendig für den Erfolg. 

Ware alleine reicht nicht mehr
Seit über einem Jahr reicht es nun nicht mehr, einfach nur genügend Gebrauchtwagen am Platz zu haben. Die Ergebnisse vieler Gebrauchtwagenabteilungen sprechen da eine eindeutige Sprache. 

Wir müssen wieder marktkonform eintauschen, zeitwertgerecht aufbereiten, die Möglichkeiten der Börsen perfekt nutzen und über ein Preismanagement sicherstellen, dass sich die Gebrauchtwagen fünf bis sechsmal jährlich drehen. 

Prozesse gelten für alle Bereiche
Die Prozesseignerschaft gilt natürlich auch für alle anderen Bereiche des Händlers, vom Verkauf über den Service bis hin zum Finanzwesen. 

Aber Prozesse zu reorganisieren und umzusetzen, ist trotz der Erfolge, die man damit erzielen kann, leider eine sehr anstrengende und unbeliebte Aufgabe für die Führungskräfte im Autohaus. Das Ergebnis ist, dass viele Abläufe im Autohaus auf der freiwilligen Zustimmung der Akteure basieren und nicht mehr auf der Prozesseignerschaft der Führungskräfte. Solange die Ergebnisse begeistern, ist das OK. 

Wenn die Ergebnisse nicht mehr begeistern, ist tatkräftige Prozessarbeit die Maxime, also das subjektive Prinzip des Wollens! Wir stehen dabei beratend zur Verfügung.

 Prozesse evaluieren
Dabei darf man nicht einfach die alten Prozesse neu starten. Natürlich müssen die Abläufe im Autohaus evaluiert werden, dort, wo sinnvoll, digitalisiert und stärker auf Zielgruppenkanäle wie z. B. Social Media und den Einsatz von KI angepasst werden kann. Denn: Funktionierende Prozesse im Autohaus sind die Problemlöser der Zukunft!