70, 49, 46 – 3 Zahlen reichen aus, um zu zeigen, dass es im heimischen Kfz-Handel nicht so schlecht läuft, wie man es bei dem ein oder anderen Gespräch teilweise vermuten könnte. Das ergeben die Daten unseres Händler-Trend-Barometers, den wir gemeinsam mit Santander von der puls Marktforschung quartalsweise erstellen lassen. Und die aktuelle Ausgabe hat es in sich. 

70 Prozent der Befragten haben im vergangenen Quartal gesagt, dass die Stückzahlen im Neuwagenverkauf entweder deutlich (20) oder leicht (50) gestiegen sind. Mehr als zwei Drittel sind also glücklich mit dem Neuwagen-Geschäft. 49 Prozent waren mit dem Gesamtertrag zufrieden. Bei den Gebrauchten sieht es ähnlich gut aus. 46 Prozent kamen mit positiver Stimmung aus dem vierten Quartal. 8 Prozent einen deutlichen und 38 Prozent einen leichten Anstieg verspürt. Also fast die Hälfte aller Befragten. Um es ein bisschen in Kontext zu setzen: 31 Prozent haben keine Veränderung (und damit auch keine Verschlechterung) verspürt. 

Damit dieser Kommentar aber keine Statistikabhandlung wird, können Sie sich die Ergebnisse des 4. Quartals als A&W-Pro-Abonennt hier herunterladen.

Warum sind wir so?

Insgesamt zeigt sich in der Auswertung ein zufriedenes Bild. Vor allem aber auch zufriedener, als in den Jahren zuvor. Also gerade der Verkauf von Neu- und Gebrauchtwagen sollte die Händler für die kommenden Monate zuversichtlich stimmen. Auch die Neuzulassungen des Vorjahres spiegeln dieses Ergebnis wider.

Bleibt die Frage, warum wir uns dennoch beschweren? Vermutlich weil der geneigte Österreicher fast schon süchtig nach Sudern ist. "Wenn es schon gut ist, warum nicht noch besser?" ist wohl das Motto. Vielleicht sollte man sich zum Jahresstart kurz die Zeit nehmen und überlegen, was denn im vergangenen Jahr gut gelaufen ist. Nur so für das positive Grundgefühl, an dem es uns manchmal etwas mangelt.

Nicht alles ist eitel Wonne

Zugegeben, natürlich ist nicht alles Gold, was glänzt. Denn der Händler-Trend-Barometer zeigte auch, wo der Schuh drückt. Fallende Restwerte von E-Fahrzeugen sind beispielsweise eines der größten Probleme. Und zugegeben: das ist es auch. Und noch schlimmer: Man kann kaum oder wenig dagegen tun. Und bei allem wo der Mensch nur Passagier ist und es nicht in der eigenen Hand hat, schmerzen die Probleme doppelt so stark. 

Ein weiteres Problem ist der Fachkräftemangel. Dieses haben die Befragten sogar als das gravierendste Problem für 2026 angegeben. Und dem kann man nur beipflichten. Gutes Personal zu finden ist schwer. Und die Anstrengungen von Bund und Ländern, die es durchaus gibt, sind immer noch zu wenig und vor allem zu wenig durchschlagend, damit dieses Problem schnell gelöst werden kann. Der Lehrling von heute ist die Fachkraft von morgen, aber eigentlich braucht man den Mitarbeiter schon gestern.

Die Zukunft wartet

Ich habe kein Patentrezept für Sie. Ich maße mir auch nicht an, Ihnen zu sagen, was Sie tun oder lassen müssen, um qualifizierte Mitarbeiter zu bekommen. Ich kann Ihnen nur einen Tipp geben: Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit – ein Sprichwort, das vermutlich noch nie so zutreffend war wie heute. 

Wer also seinen Betrieb nicht auf die Reise in die Zukunft schickt, darf sich nicht wundern, wenn der motivierte und qualifizierte junge Mitarbeiter lieber bei der Konkurrenz im Nachbarort unterschreibt. Falls Sie dafür Tipps benötigen, darf ich Sie auf diesem Wege an unser WERKSTATT-Forum erinnern, welches am 25. Februar in Wien stattfindet. Dort beleuchten wir mit Experten die Probleme, die Sie tagtäglich beschäftigen und versuchen auch, Ihnen Lösungen auf den Weg mitzugeben.

Der A&W-Verlag bildet ein breites Meinungsspektrum ab. Kommentare müssen nicht der Meinung des Verlages entsprechen.