Die Porsche Inter Auto ist mit über 40 Standorten, rund 3.800 Mitarbeitern und etwa 600 Lehrlingen einer der großen Ausbildungsbetriebe im österreichischen Automobilhandel. „Mit 2.700 Mitarbeitern arbeitet der größte Teil im Aftersales“, berichtet Klaus Fetka, Leiter HR Kommunikation und Talent Acquisition bei der Porsche Holding.
„Wir sind in der glücklichen Situation, dass wir nach wie vor ausreichend Bewerbungen haben“, so Fetka, der auch einen Vorteil durch die Namen der Volkswagen Konzernmarken sieht. Außerdem sei Kfz-Techniker unverändert ein beliebter Lehrberuf. Der Hauptgrund ist aber freilich das starke Employer Branding sowie das professionelle und strukturierte Recruiting: „Mit eigenen Lehrlingskampagnen, intensiv auf Social Media und regional in den Schulen“, so Fetka. Dazu gehört auch die HTL, deren Abbrecher willkommene Lehrlinge sind, in einem immer komplexeren Berufsbild.
„Wir sind in unseren Betrieben längst multikulturell aufgestellt“, berichtet Fetka und erinnert sich als Highlight an mehr als 10 verschiedene Nationen beim Standort Leopoldauerstraße. „Das macht die Arbeit nicht immer einfacher“, räumt Fetka ein. „Die Dominanz einer einzigen Nationalität ist nicht optimal, eine gute Durchmischung hingegen wichtig.“ Und es braucht eine Sensibilisierung in den Leitungs-Positionen: „Wir nennen das interkulturelle Sensibilität der Führungskräfte.“
„In der Ausbildung sind aktuell 17 Prozent keine österreichischen Staatsbürger, aber der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund ist natürlich viel höher“, erklärt Fetka. Deren Zahl sei nicht leicht zu erfassen, weil viele Mitarbeiter aus der zweiten oder dritten Generation stammen und daher in der Statistik als Österreicher aufscheinen.
Man forciere das Thema auch, weil diese Menschen ihre kulturellen Gruppen auch im Kundenkreis besser ansprechen. „Und wir haben wirklich viele Karriere-Erfolge bis hinauf zu den Führungs-positionen“, berichtet Fetka.
Egal, wo jemand herkommt
Über all dem gilt: „Für das Unternehmen zählt nicht, wo jemand herkommt, sondern ob er oder sie das Niveau der Lehre schafft, die mittlerweile sehr anspruchsvoll ist“, betont Fetka. Gute Deutschkenntnisse sind entscheidend. „In der Polytechnischen Schule ist eine ausgezeichnete Leistung Voraussetzung. Dazu haben wir spezielle Aufnahmetests.“
Als größte Herausforderung im Personalbereich sieht Fetka den Geburtenrückgang und den damit verbundenen Fachkräftemangel. „Das wird sich in den nächsten 30 Jahren nicht ändern und die Branche wird froh sein, qualifizierte Fachkräfte zu finden, egal woher sie kommen. Über Migration werden wir nicht diskutieren“, erklärt Fetka abschließend. „Die Branche ist gut beraten, für Mitarbeiter attraktiv zu bleiben.“
