Neulich ist mir eine Anzeige aus dem Jahr 1984 in die Hände gefallen: Es ging um „Die neuen Mobil-Telefone“, das war damals das „C-Netz“. Zumindest die Älteren unter uns werden sich noch daran erinnern. Warum ich das erwähne? Weil dort auch die Preise angeführt waren: Egal, ob Bosch, Kapsch, Motorola, Motronic, Philips oder Schrack – die Preise für das Gerät lagen zwischen 39.500 und 39.948 Schilling, und zwar exklusive Mehrwertsteuer! Das sind rund 2.900 Euro. In einer Zeit, in der es noch eine ganze Reihe von Autos unter 100.000 Schilling gab (und zwar inklusive Mehrwertsteuer).

Das heißt im Umkehrschluss: Ein Autotelefon kostete halb so viel wie ein günstiger Neuwagen: Dazu kamen für das C-Netz noch Grundgebühren von 400 Schilling pro Monat, Gespr.chsgebühren von 5,48 Schilling am Tag (und 3,03 in der Nacht) pro Minute sowie Funkkanalgebühren (1,40 bzw. 0,70 Schilling). Was die Monatsrechnung ohnehin limitiert hat, war die Sprechzeit: Denn die lag je nach Modell zwischen 30 und 90 Minuten.

Wer, ganz ehrlich, hätte damals daran gedacht, dass sich die Mobiltelefonie je durchsetzen würde? Ich jedenfalls nicht! Und genau daran sollte man denken, wenn man die Entwicklung des Elektroautos verfolgt: Was haben wir 2011 gelacht, als ein Redakteur des „autotouring“ in einem Mitsubishi i-MiEV von Wien nach Innsbruck fuhr: Zwei Tage war er mit 70 km/h auf der Autobahn unterwegs, nach jeweils 90 Kilometern musste er bis zu 8 Stunden laden.

Und heute? Fährt man die mehr als 800 Kilometer von Strasbourg im Elsass nach Wien in knapp 10 Stunden (mit 2 Ladestopps, einer davon als Mittagspause). Selbst ausprobiert, stressfreier geht es kaum. So wie die Entwicklung der Batteriekapazitäten, Ladegeschwindigkeiten und Reichweiten in den vergangenen 10 bis 15 Jahren einen rasanten Aufschwung genommen hat, wird es weitergehen.

Wetten, dass die Leute in 40 Jahren genauso über unsere „Probleme“ lachen werden, wie wir es heute über das C-Netz von 1984 tun?