Ja, es stimmt. E-Auto-Fahrer sind vorrangig Dienstauto-Fahrer. Firmen bzw. Flotten machen den größten Teil der neuzugelassenen E-Autos aus (rund 70 Prozent von Jänner bis Mai 2024 in Österreich laut Eurotax). Das ist nicht nur bei uns in Österreich so, sondern auch in der Auto-Großnation Deutschland. Nachdem die deutschen Nachbarn aber, anders als Österreich, die Förderung für E-Autos mit Ende 2023 überraschend gestoppt haben, war der Einbruch bei den Neuzulassungen vorprogrammiert.
„Warum soll man Steuergeld für Autos ausgeben?“, fragen manche. Und darüber lässt sich sicher diskutieren. Allerdings muss man das ganze Thema in einem etwas größeren Rahmen betrachten. Das Ziel ist klar: Den CO2-Verbrauch drastisch gen 0 senken – da sind sich alle einig. Nur die wenigsten haben es auch heute noch nicht verstanden, dass wir den CO2-Fußabdruck senken müssen. Aber gerade diese Personen und Parteien haben bei der ein oder anderen Wahl in diesem Jahr gut abgeschnitten oder werden vermutlich gut abschneiden.
Das Gros an Verantwortlichen in der Branche und auch in der Politik sind sich aber einig. Und um dieses „Net-Zero“-Ziel zu erreichen, braucht es eine enorme Kraftanstrengung.
Höheres Tempo notwendig
Das Tempo ist 2024 einfach deutlich höher als noch vor 10 Jahren. Die Zeit für langsame Transformation ist vorbei. Dementsprechend muss es mir als Regierung etwas wert sein, die Menschen zu einer klimafreundlicheren Lebensweise umzuleiten. Es gibt Förderungen für Heizkesseltausch, für Wärmepumpen und für PV-Anlagen. Und ja, in Österreich auch für private E-Fahrzeuge.
Dass Deutschland nun ihre x-Millionen Bürger von einer Förderung ausnimmt und es den Unternehmen einfacher macht, Oberklasse-Fahrzeuge zu kaufen, wird sicher einen Nachfrage-Boost (vor allem für die deutschen Premiumhersteller) bringen. Aber die breite Masse erreicht man damit nicht. Genau die wird es aber brauchen, um eine schnellere Transformation der Mobilität zu bewerkstelligen.
Und auch wenn hierzulande die E-Auto-Quote unter Privaten noch immer sehr gering ist: Förderungen sind ein gutes Mittel, um die Nachfrage zu steigern. Gerade jetzt, wo langsam aber sicher auch günstigere E-Autos auf den Markt kommen. Und auch wenn der Förderung im Herbst das Aus droht, muss man sagen: Gut gemacht, Österreich!
