Aus Sicht der Bundesinnung für Fahrzeugtechnik ist die geplante Verlängerung der Intervalle für Kfz-§57a-Begutachtungen ein „gravierender Dämpfer“. „Es ist uns natürlich klar, dass diese Maßnahme für Beifall sorgt. Die Sache hat aber einen gravierenden Haken: Ein fünf Jahre altes Auto würde künftig nur noch ein einziges Mal einer Überprüfung unterzogen. Es sollte jedem bewusst sein, dass dafür ein Preis bezahlt wird ‒ für die Umwelt, für die Verkehrssicherheit, für womöglich noch kostspieligere Folgereparaturen“, gab Roman Keglovits-Ackerer, Bundesinnungsmeister der Fahrzeugtechnik, zu bedenken. Er verweist auf den TÜV-Report aus Deutschland, wo bereits längere Intervalle gelten. Demnach sei dort jeder 3. Pkw mit Mängeln unterwegs, rund 135.000 Fahrzeuge würden sogar als verkehrsgefährdend eingestuft. „Wir haben viele Vorschläge parat, die wir gerne einbringen, wie sich die Überprüfung deutlich vereinfachen lässt. Allerdings darf dies nicht zulasten der Sicherheit und des Umweltschutzes gehen“, so Keglovits-Ackerer.

„Wir werden seitens der Bundesinnung eine Stellungnahme bezüglich der geplanten Intervallverlängerung abgeben, denn aus einer brandaktuellen Studie des deutschen TÜV geht hervor, dass immer mehr Fahrzeuge mit Mängeln unterwegs sind. Die Unfallgefahr wird durch diese Neuregelung deutlich steigen“, sagt Bundesinnungsmeister-Stv. der Fahrzeugtechnik Thomas Marichhofer. „Ich hoffe, dass unsere Argumente Gehör finden, wir werden im Sinne der Sicherheit alles in Bewegung setzen und dokumentieren und hoffen, das Ganze noch drehen zu können.“ Gravierende Mängel würden mit der Streckung der Intervalle mit Sicherheit oft erst später entdeckt werden, was zu erheblichen Gefahren auf Österreichs Straßen führen könnte. Sollte die Politik das Risiko eingehen und die Neuregelung umsetzen, müsste sie bei Unfällen aufgrund vermehrter schwerer Mängel und „Gefahr im Verzug“-Mängel dafür auch die Verantwortung übernehmen.