Im aktuellen Winterreifentest des ÖAMTC und seiner Partnerorganisationen wurden jeweils 16 Modelle in den Dimensionen 185/65 R15 und 225/50 R17 unter die Lupe genommen. Das Fazit fällt ernüchternd aus. Nur insgesamt 6 Reifen erreichen die Gesamtwertung „gut“, 11 weitere schaffen „befriedigend“. Dem stehen 6 mit „genügend“ beurteilte Modelle und gleich 9, die mit „nicht genügend“ durchfallen, gegenüber. Besonders bei Nässe, einem der häufigsten Fahrbahnzustände im Winter, hätten einige Reifen lt. ÖAMTC erhebliche Probleme gehabt. Aber auch auf Schnee und – in geringerem Maße – auf trockener Fahrbahn habe es Ausreißer nach unten gegeben. „Gerade im Winter kommen die unterschiedlichsten Fahrbahneigenschaften vor. Entsprechend wichtig ist ein ausgewogener Reifen, der unter allen Bedingungen funktioniert“, so ÖAMTC-Reifenexperte Steffan Kerbl. In der Mittelklasse-Dimension 225/50 R17 erreichen lediglich der Pirelli Cinturato Winter 3, der Continental WinterContact TS 870, der Goodyear UltraGrip Performance 3 und der Michelin Alpin 7 die Note „gut“. Bei der im Kleinwagen-Segment beliebten Größe 185/65 R15 erreichen lediglich der Continental WinterContact TS 870 und der Michelin Alpin 7 diese Bewertung und zählen zu den empfehlenswertesten Modellen.
Schwache Leistungen
Mehrere Modelle wurden aufgrund ihrer schwachen Leistungen auf nasser Fahrbahn mit „nicht genügend“ beurteilt. Das betraf in der Dimension185/65 R15 die Modelle SunnyWinter-max NW61, Atlas Polarbear HP und Rockblade Rock 868S und in der Dimension 225/50 R17 die Produkte Falken Eurowinter HS02 Pro, Toyo Tires Observe EWS1, Tracmax Ice-Plus S210, Aptany RW211, Royal Black Royalwinter UHP und Sunwide Snowide.
Zwei klare Sieger im Ganzjahresreifentest
Beim ARBÖ-Ganzjahresreifentest 2026 zeigen sich unterdessen deutliche Leistungsunterschiede zwischen den getesteten Modellen. Untersucht wurden zehn Reifen der Dimension 225/45 R17 von Bridgestone, Continental, Falken, Giti, Goodyear, Hankook, Linglong, Michelin, Nokian und Pirelli. Die Wintertests fanden bei frostigen Temperaturen auf verschneiten Strecken in Nordschweden statt, die Nass- und Trockentests wurden unter sommerlichen Bedingungen in Spanien durchgeführt. Den Gesamtsieg sicherte sich Pirelli vor Continental.
Auf Schnee überzeugte vor allem Michelin. Der CrossClimate erreichte eine hohe Schneegriffigkeit, auch Continental, Giti und Hankook schnitten in dieser Disziplin sehr gut ab. Bridgestone, Goodyear und Pirelli blieben beim Schneegrip etwas hinter klassischen Winterreifen zurück, boten laut Test aber weiterhin ein sicheres Fahrverhalten. Schwächer präsentierten sich Linglong und Nokian, während Falken in den Schneetests deutlich zurücklag.
Höhere Temperaturen
Bei höheren Temperaturen verschob sich das Bild. Nokian überzeugte auf nasser Fahrbahn, zeigte im Trockenen jedoch Schwächen. Bridgestone lieferte dagegen auf trockenem Asphalt starke Werte, hatte aber Probleme bei Nässe. Goodyear punktete ebenfalls bei Regen, verlor im Trockenen durch längere Bremswege. Michelin konnte seine starken Winterwerte bei sommerlichen Bedingungen nicht vollständig bestätigen und landete in der Gesamtwertung auf Platz vier. Am ausgewogensten präsentierten sich Continental und Pirelli. Continental kombinierte gute Wintereigenschaften mit soliden Leistungen bei höheren Temperaturen und erreichte Rang zwei. Pirelli setzte sich insbesondere bei den Bremsversuchen ab: Bei einer Notbremsung aus 100 km/h kam der Reifen auf nasser Fahrbahn einen Meter früher zum Stillstand als Continental, im Trockenen betrug der Vorsprung auf Bridgestone 1,3 Meter.
Pirelli bester Allrounder
Zusätzlich bewertet wurden Energieeffizienz, Abrieb, Geräuschemissionen und die Laufleistung. Der Test zeigt, dass Ganzjahresreifen inzwischen auch auf Schnee ein hohes Niveau erreichen. Entscheidend bleibt jedoch die Ausgewogenheit über unterschiedliche Wetter- und Temperaturbedingungen hinweg – hier schnitt Pirelli 2026 am besten ab.
