"Wir weisen schon seit einiger Zeit auf den wachsenden Druck auf gebrauchte BEVs hin, und der April hat keine guten Nachrichten gebracht", erklärt Andreas Steinbach, der bei Autorola GmbH für Indicata verantwortlich ist. Die Online-Verkäufe von gebrauchten BEVs im B2C-Bereich hätten sich im April gegenüber dem Vormonat zwar verbessert und machten 4,66% der Verkäufe aus. "Das Problem ist, dass trotz des leichten Anstiegs des Marktanteils von BEV bei den Verkäufen, dieser durch den anhaltenden Anstieg des Anteils von BEV am gesamten B2C-Gebrauchtfahrzeugbestand im Internet in den Schatten gestellt wird: 8,4 Prozent des Gesamtbestandes, gegenüber 7,62 Prozent im Vormonat", so Steinbach.
Der Marktanteil von gebrauchten Hybriden stieg ebenfalls von 11,67% im März auf 12,84% im April, während der Marktanteil von gebrauchten Benzin- und Dieselfahrzeugen zurückging. "Obwohl der Marktanteil von Hybridfahrzeugen ebenfalls gestiegen ist, hält er mit seinem Verkaufsanteil Schritt, während der Marktanteil von gebrauchten Benzin- und Dieselfahrzeugen unter ihren entsprechenden Verkaufsanteil fällt", erklärt Steinbach.
Während BEVs im April schneller verkauft wurden als in den vorangegangenen drei Monaten, liegt das Angebot an Markttagen, also die Anzahl der Verkaufstage, für die ein ausreichender Bestand zur Verfügung steht, aktuell bei 174 Tagen, verglichen mit 121 Tagen für gebrauchte Hybride oder 91 Tagen und 82 Tagen für gebrauchte Benziner bzw. Diesel.
Leichter Rückgang bei Durchschnittspreisen
Im Mai fielen die Durchschnittspreise laut Indicata Market Watch im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte und lagen damit 4,9 Prozentpunkte höher als zu Beginn des Jahres 2022. "Die Preise für gebrauchte Hybridfahrzeuge entwickelten sich besser als der übrige Markt und stiegen von 101,5 Punkten in unserem Index im April auf 102,9 Punkte Anfang Mai. Auch wenn die Preise für gebrauchte BEV seit Anfang Dezember fast jeden Monat gesunken sind, deutet die Bestandssituation darauf hin, dass weitere Abwärtsbewegungen wahrscheinlich notwendig sind, um einen gewissen Überbestand abzubauen", so Steinbach.
