„Cybersicherheit über die gesamte Nutzungsdauer von Fahrzeugen verbindlich als Teil der Betriebssicherheit zu gewährleisten“ fordert ein Branchenbündnis – u.a. ADAC, BRV, wdk und GVA – um den Zentralverband des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK) angesichts von Herstellerplänen, nach 10 Jahren keine Updates mehr bereitzustellen: Ein festes Ablaufdatum für Cybersicherheit wäre aus Sicht des ZDK ein „sicherheitspolitischer Rückschritt mit weitreichenden Folgen für Verkehrssicherheit und Verbraucherschutz“. Cybersecurity müsse auch über das Produktionsende hinaus gewährleistet bleiben und die Realität eines alternden Fahrzeugbestands sowie eines starken Gebrauchtwagenmarkts abbilden. Fahrzeuge seien heute „digital vernetzte Systeme“ – weshalb Sicherheit kein Verfallsdatum haben dürfe.
Folgen träfen Verbraucher und Kfz-Betriebe unmittelbar
Als „nicht verantwortbar“ entschieden zurückgewiesen werde der Vorschlag des Verbands der Automobilindustrie (VDA), ein regulatorisch akzeptiertes Ende aktiver Cybersecurity-Maßnahmen für Fahrzeuge verbindlich einzuführen, die weiter am Straßenverkehr teilnähmen („End of Cybersecurity-Support“, EoCSS im Rahmen der UN-Regelung Nr. 155). Wettbewerb, Reparierbarkeit und bezahlbare Mobilität würden ohne diskriminierungsfreien Zugang zu Fahrzeugdaten und ohne verlässliche Cybersecurity zunehmend eingeschränkt, betont das Branchenbündnis. Die Folgen träfen Verbraucher und Kfz-Betriebe unmittelbar: mit steigenden Kosten, begrenzten Reparaturmöglichkeiten und wachsender Abhängigkeit von Herstellern. Dies würde laut ZDK-Präsident Thomas Peckruh „Millionen Fahrzeuge über Nacht entwerten – nicht technisch, sondern per Definition“ und treffe die Halter direkt im Geldbeutel. Kostspielige Aufrüstungen der digitalen Hardware wären erforderlich, um weiterhin angemessen geschützt zu sein. Dieses Vorgehen entziehe gerade freien Werkstätten die Grundlage für Service und Reparatur. Die praktischen Folgen wären gravierend: Fahrzeuge könnten trotz technischer Fahrtauglichkeit ihre Betriebserlaubnis verlieren oder nur noch eingeschränkt nutzbar sein. Sicherheitsrisiken nähmen zu, während gleichzeitig Wartung und Instandsetzung erschwert würden.
Werkstätten unter Druck
In Österreich sind 40 Prozent der aktuell 5,29 Millionen Pkw im Bestand 10 Jahre oder älter. Bereits jetzt bringen zunehmende Garantieverlängerungen unterschiedlicher Autobauer freie Werkstätten in ihrem Kerngeschäft unter Druck. Brächten die Hersteller tatsächlich ihre Forderung durch, würde wohl ein entsprechender, wichtiger Anteil aller Werkstattleistungen inklusive der Arbeitsplätze in Frage gestellt werden. Und schließlich drängt sich die Frage auf, wie sehr Herstellern Cybersecurity wirklich ein Anliegen ist.
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