„Der Mangel an hochwertigen Gebrauchtwagen, die nach zwei Jahren mit stark rückläufigen Neuwagenverkäufen wieder auf den Markt kommen, der Mangel an jungen Gebrauchtwagen, die aus den drastisch reduzierten Tagesmietflotten stammen, und die extrem begrenzte Zahl sehr junger Gebrauchtwagen aus taktischen Zulassungen schränken die Verkaufsmöglichkeiten der Händler ein.“ So lautet das Fazit der Autoren des Indicata Market Watch, der monatlich die Gebrauchtwagen-Situation in Europa analysiert. Seit dem Beginn der Corona-Pandemie ist in diesen Auswertung eine hohe Dynamik zu erkennen. „Die Verzögerungen bei den Neuwagenverkäufen haben die Käufer auf den Gebrauchtwagenmarkt gedrängt, während das Angebot an qualitativ hochwertigen Gebrauchtwagen so knapp ist wie seit Jahren nicht mehr“, so die Analyse weiter. 

So sind – im Vergleich zum Vormonat – die im Indicata Market Watch analysierten B2C-Online-Gebrauchtwagen-Verkäufe im Juli europaweit um 2,1 % gesunken. (Ohne Türkei ist ein Anstieg von 2,5% zu verzeichnen). Im Vergleich zum Juli 2021 liegen die Absätze in der Region aber um 10,7% niedriger. Insgesamt sind die Verkäufe in Europa nun in sechs von sieben Monaten gesunken, lediglich im Februar war ein flacher Anstieg von 0,2% zu verzeichnen. Kumuliert sind die Verkäufe von Jänner bis Juli 2022 um 10,6 % niedriger als im Vergleichszeitraum 2021, gegenüber 1-7/2019 (Vorkrisenniveau) liegen sie 2,0 % zurück. 

Preisanstieg verlangsamt sich
„Es gibt Anzeichen für eine Verlangsamung des Anstiegs der europäischen Online-Gebrauchtwagenpreise im B2C-Bereich, aber die Preise liegen im August immer noch 1,0 Prozentpunkte höher als Anfang Juli, was einem Anstieg von 16,9 Prozentpunkten seit Ende letzten Jahres entspricht“, berichtet Andreas Steinbach, der bei Autorola für Indicata verantwortlich ist. In Österreich sind die Durchschnittspreise im August um 11,8% höher als Ende letzten Jahres.

GW-Markt in Österreich: Rückgang von 36,4% gegenüber Juli 2021
Die österreichischen B2C-Online-Verkäufe von Gebrauchtwagen in Österreich sind laut Indicata Market Watch im Juli um 6% gegenüber dem Vormonat gesunken, in Relation zum Juli 2021 beträgt der Rückgang sogar 36,4%. Rechnet man die ersten 7 Monate zusammen, liegt 2022 28,6% hinter dem Vorjahr und 20,6% hinter den ersten 7 Monaten des Vorkrisenjahres 2019.