Natürlich ist es sinnvoll, im Rahmen der Nachhaltigkeit über Möglichkeiten des Energie- bzw. in diesem Fall des Treibstoffsparens nachzudenken, allerdings sollte die Auseinandersetzung mit diesem Thema nicht in einer theoretischen Diskussion von Hochschulprofessoren münden, die meist in österreichischen Ballungsräumen mit einem gut ausgebauten Netz an Öffentlichen Verkehrsmitteln arbeiten und – vor allem – auch leben.

Die Realität sieht vielerorts anders aus: Pendler müssen sicher, aber auch rasch zu ihrem Arbeitsplatz gelangen oder können bzw. wollen ihren Arbeitsweg, der ja der Freizeit zuzurechnen ist, nicht immer unbedingt mit vielen anderen Gleichgesinnten in Bus und Bahn verbringen. Zumal ja viele Öffi-Verbindungen von der Fläche in die Ballungsräume zwar vorhanden, aber mit einem deutlich höheren Zeitaufwand als die Fahrt mit dem (eigenen) Pkw verbunden sind.

Die „Expertinnen und Experten“ von TU und BOKU, die jüngst mit der Forderung nach den Tempi 100 (Autobahn), 80 (Freilandstraßen) und 30 (Ortsgebiet mit Ausnahme von Vorrangstraßen) aufhorchen ließen, bleiben konkrete Zahlen für das Einsparungspotenzial leider schuldig. Es ist natürlich richtig, dass weniger Geschwindigkeit weniger CO2-Ausstoß bedeutet, allerdings kommt es immer auf das Verkehrsgeschehen an. Abrupte Stopps und das neuerliche Beschleunigen lassen viel mehr Sprit in die Brennräume der Motoren gelangen als notwendig. Schuld daran sind nicht immer die Autofahrer, sondern auch die wenig intelligenten Ampelsteuerungen in Städten, die sich dem Prinzip der „grünen Welle“ und damit einem wirklich fließenden Verkehr konsequent und „nachhaltig“ widersetzen.

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