Der westeuropäische Pkw-Markt mit 865.034 Neuzulassungen im Juli 2021 ist zum Vergleich Juli 2020 um ein Viertel geschrumpft. Österreich ist mit knapp 20 Prozent minus mit von der Partie. 

Damit ist die im 1. Halbjahr 2021 festgestellte Markterholung ins Stocken geraten. Dass fehlende elektronische Bauteile zu erheblichen Produktionsausfällen bei den Autoherstellern und folglich zu starken Lieferverzögerungen führen, ist eine große Erzählung. In ihr spiegelt sich vielmehr der tatsächlich schrumpfende Automarkt wider. 

Bis vor der Pandemie gehörte es zum unternehmerischen Selbstverständnis, sich im Markenerfolg hauptsächlich an den Neuzulassungszahlen zu messen. Dieses Streben schuf im Laufe der Zeit knapp 3.000 Markenvertretungen im Land und die meisten konnten neben den zusätzlich rund 5.000 freien Kfz-Betrieben davon recht gut leben. 

Jetzt schaffen die Hersteller im Sog der aktuell vom Klimaschutz getriebenen Politik zunehmend neue Rahmenbedingungen, wo das Auto unter tatkräftiger Mithilfe der Autoindustrie nicht mehr im öffentlichen Mittelpunkt steht. Krise hinterlässt bei steigender Inflation immer tiefere Spuren in den Geldbörsen des gemeinen Konsumenten und der bildet die Masse. 

Also muss zunächst das für die Grünideologen „unschlagbare“ 1-2-3-Bahn-Klimaticket her, das zunächst ohne die Öffi-Teilnehmer von Wien, Niederösterreich und Burgenland auskommen muss. Das heißt ohne zwei Drittel der österreichischen Gesamtbevölkerung! Was ohnehin egal ist, denn Vizekanzler Werner Kogler propagiert längst ein ökosoziales CO2-Steuer-Modell mit harscher Bepreisung fossiler Materialien. 

Von irgendwo müssen ja die durch die Krise verloren gegangenen Steuereinnahmen wieder hereinkommen und die unerschöpflichen Bezuschussungen kosten ja auch viele Millionen, bis in die Milliarden Euro gehenden Ausgaben. Akkordierte Klimaschutzmaßnahmen versanden im politischen Kleinklein. 

Treibhausgas-Emissionen aus dem Verkehr steigen rapide, „leitartikeln“ die SalonreporterInnen und schmeißen aus ihren klimageschützten Glashäusern mit Argumentationsbrocken auf die bösen VerkehrsteilnehmerInnen draußen. 

Brav schreiben sie im Duktus der Regierenden von keiner Inflationsspirale und auch die immer teureren Nahrungsmittel sind kein Grund zur Besorgnis. Noch findet sich für alles eine Bezuschussung, um den Groll der Bevölkerung zu mildern. 

Das Klimaticket startet jetzt ohne Ostregion gleich mit Sonderrabatt. Da darf das Tanken des privaten Autos schon empfindlich verteuert werden, machen die Grünen in der Regierung sich das Wirtschaften einfach. Der unternehmerische Ausblick in der Privatwirtschaft ist für immer mehr Firmen weniger idyllisch. 

Lockdowns, Kurzarbeit und Lieferprobleme sind das eine, technischer Wildwuchs unter dem Slogan „Optimierung“ bei den technischen Einbauten das andere. Das alles sorgt für mächtigen Ärger bei den Fahrzeughaltern, was wiederum den Autowerkstätten auf die Füße fällt. Der technische Mehraufwand mündet wiederum in höhere Wartungskosten. 

Beispielsweise sind Gebrauchtautos bei uns im Schnitt zwischen 12 und 15 Jahren im Einsatz. Herstellern dauert das zu lange und sie tun alles, um der Reparaturfähigkeit zeitlich engere Grenzen zu setzen. Sechs Jahre stehen in stummer Diskussion. Was den Nachhaltigkeitsfanatikern gerne entgeht, passt das doch nicht in ihre Argumentationskette.  

Also setzt sich die angespannte Lage in der gesamten Automobilwertschöpfungskette weltweit fort. Sinkende Umsätze jenseits der 10-Prozentmarke kennzeichnen weiter die Bilanzen, auch wenn die Hersteller Rekordgewinne ausweisen. Die Erträge kommen von wo anders und seien sie aus Corona-Alimentierungen der Regierungen. 

Aber was kümmert unsere Regierungskoalition ein solches Gelaber. Symbolpolitik ist angesagt. Der Optimierungswille ist allerorts Regie angebend, koste es was es wolle.  

Aber was kümmert das auch unsere Autohaus-Unternehmer. Da, wo das Eigeninteresse seinen Erfolg sucht, bleibt der soziale Zusammenhalt auf der Strecke. 

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