Die Nachrichten jubeln über erhebliche Marktrückgange bei Pkw-Neuzulassungen, v. a. bei Verbrennern, dafür wächst der Anteil an E- und Hybrid-Fahrzeugen. Den entscheidenden Hinweis, dass Letztere massiv subventioniert werden, negieren die Nachrichtenmacher gerne.
Ich, bald 70, habe in jungen Jahren eine Welt ohne Plastikmüll, ohne Massentourismus, Schuldenpolitik und Kryptowährung kennengelernt! Das meiste kam aus regionaler Wertschöpfung, im Wiederaufbau nach dem Krieg war das der Ursprung unseres Wirtschaftswunders.
Dann kam mit der EU der neoliberale Turbokapitalismus, fegte Österreichs Mittelstand hinweg und wächst sich nun zur Gefahr für Demokratie und Freiheit aus – mit wenigen Gewinnern und vielen Verlierern.
Ein krasses Beispiel: Jede internetaffine Person wähnt sich als Experte im Hier und Jetzt und blendet Tatsachen aus. Während unsere NachrichtenmacherInnen den Globus mehr oder minder verbrannt sehen, will Äthiopiens Regierungschef und Friedensnobelpreisträger Abiy Ahmed gegen Hilfszahlungen reicher Staaten immer mehr Milizen in seiner neuen Krisenregion Tigray kämpfen lassen. Eine wahrlich heiße Angelegenheit
Liebe Klimaretter von Journalisten Gnaden: Schreiben Sie mal XiPing, Putin, Bolsonaro, Orban oder Lukaschenko vor, was weltklimatechnisch dringend wie zwingend ist. Die geben medienwirksam Greta Thunberg Pfötchen und die darf vom Vogue-Cover giften, ändern kann sie nichts.
Und schon gar nicht Klimaministerin Leonore Gewessler, die jeden bereits abgesegneten Straßenneubau evaluieren lässt, um dann in kleinen Schritten der Kanzlerpartei Zugeständnisse abzutrotzen.
Seit vielen Monaten beobachte ich verschwörungsideologische „Querdenker“-Bewegungen auch im Auto-Business. Die Angriffe auf die individuelle Automobilität werden immer gewaltsamer. So ist es nicht verwunderlich, dass der IAA in München nicht nur der Boykott von Ausstellern droht, Aktivisten kündigen unverhohlen an, mit Störaktionen die Autoausstellung verhindern zu wollen. Showtime ist angesagt und die Herren Diess, Källenius, Tavares & Co. unterwerfen sich diesem Diktat. Den Gewinn holen sie sich aus dem Corona-Entschädigungstopf, die Ware aus Fernost.
Unter diesen erschwerten Bedingungen leisten Klein- und Mittelstandsunternehmen essenziell wichtige Arbeit, erhalten Arbeitsplätze und kämpfen für die Freiheit des einzelnen Menschen. Daher ist es Aufgabe des Staates, diese Arbeit zu schützen. Das Motto der Grünlinge lautet jedoch „Weg mit den konventionellen Autos“, aber das Umweltwohl war augenscheinlich damit nicht gemeint.
Vielmehr wollen sie den Menschen den freien Zugang zur individuellen Mobilität verwehren. Trotzdem sollen sie Steuern leisten, damit die Demonstranten elektrisch angetrieben auf breiteren und bodenversiegelten Asphalt- und Betonbändern steuerbefreit und sonstwie vom Staat subventioniert radeln können.
In der Sicht dieser Querdenker stehen die Autofahrer symbolisch für die „böse“ Seite der Klimaverschmutzer. In einem vermeintlichen Kampf von Gut und Böse, wie die mobilen Querdenker das sehen, ist das eine unheilverkündende Warnung.
Apropos Menetekel: Elon Musk verdient sich mit seiner Tesla-Elektrokarre eine goldene Nase und verschwendet das Geld für Weltraumtourismus. Mit seiner Milliardärsclique schießt er in die ohnehin undichte Ozonschicht Löcher um die Wette und keinen grünen Querdenker regt das auf. Den Nachrichtenmachern gefällt das: The Show must go on!
Man kann streiten, ob der Staat zur Vernunft zwingen kann. So gerne ich als Journalist den notwendigen Diskurs suche, wenn er größeren Zielen dient: Hier schrumpfe auch ich auf ein kleinlautes Wesen zusammen, das sich an praktischer Vernunft orientiert, mehr der Nützlichkeit als der bis ins Äußerste gedehnten Legalität folgt.
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