Zu sehen ist nicht mehr als ein Teil des mit einem Borgward-Schriftzug dekorierten Heckdeckels, der wie bei einem Serienmodell graumetallisé lackiert ist, und die Stuttgarter Nummerntafel.
Die Kommentare dazu sind – wie bereits beim Bild von der mit Folien getarnten Front – nett ausgedrückt – überwiegend vorsichtig mit Lob für das was man da sieht. Außerdem war die Mehrheit des Publikums schon in Genf überrascht, dass das erste Modell der hanseatischen Traditionsmarke ausgerechnet ein SUV werden soll.
Mit dem vormaligen Daimler-Manager Ulrich Walker hat sich die Borgward AG, deren Führung noch am Genfer Salon in euphorischen, nach menschlichem Ermessen unmöglich realisierbaren Visionen schwelgte, einen Manager eingekauft, der das Geschäft versteht. Daher dürften die Aussagen zur Unternehmenszukunft konkreter und realitätsbezogener werden. Er sei überzeugt, dass Borgward seinen Platz auf dem internationalen Automobilmarkt zurückgewinnen werde: „Wir werden hart daran arbeiten, unsere Kunden mit elegantem und zeitlosem Design, hervorragender Qualität sowie innovativen und nachhaltigen Technologien zu überzeugen“, hatte Walker zum Amtsantritt als Vorstandsvorsitzender und CEO gesagt.
Wie gut ein Borgward mit China-Background (Beiqi Foton) vom Publikum angenommen werden wird – wenn er denn wirklich auf den Markt kommt – bleibt abzuwarten. Einen guten Teil des Erfolgs wird das Vertriebsnetz bestimmen.
Bleibt zu hoffen, dass die von Christian Borgward vergebene Markenlizenz nicht durch die Realität Borgward und damit seinen Kindertraum, den von seinem Großvater geschaffenen Wirtschaftswunder-Mythos der 60er-Jahre zerstört.
Wiederbelebungsversuche anderer Automarken stimmen da bisher nicht zuversichtlich.
