André Citroën hatte sich bis zu seinem Tode am 3. Juli 1935 selbst ein Denkmal gesetzt: Ab 1919 ließ er als erster Europäer Autos am Fließband produzieren. Eine der Grundlagen dafür lag in seinem technischen Verständnis. So besuchte er bereits in jungen Jahren die Firma seines Onkels in Warschau und lernte dort das Prinzip der Kraftübertragung durch Winkelverzahnung kennen. Er ließ sich eine Maschine patentieren, die in der Lage war, Verzahnungen in Form von Doppelwinkeln herzustellen.
Kurz darauf begann er mit der Produktion von winkelverzahnten und spiralverzahnten Rädern und Untersetzungsgetrieben aus Stahl unter anderem für Automobile. Mit seiner 1912 gegründeten Firma setzte er im Laufe der Jahre Maßstäbe. Eine besondere Errungenschaft: 1925 verbaute er die erste Ganzstahl-Karosse in einem europäischen Serienauto, dem Citroën Typ B12. Das Modell verfügte zudem als erster Großserienwagen über eine Vierradbremse, die es zuvor nur bei teuren Luxuswagen gab.
In den darauffolgenden Jahren bereicherte André Citroën mit der Entwicklung verschiedenster Techniken die Automobilbranche. Hierzu zählten beispielsweise die ersten verstellbaren Vordersitze und die ersten Bremsleuchten – Dinge, die heute längst zur Grundausstattung eines Autos gehören. Gleichzeitig galt Citroën als Marketinggenie: Er ließ beispielsweise insgesamt 150.000 Verkehrsschilder mit dem Markenschriftzug Citroën aufstellen, organisierte Werbekarawanen zur Präsentation neuer Modelle und simulierte mit seinen Fahrzeugen Unfälle, lange bevor das Wort „Crashtest“ im Vokabular der Automobilindustrie auftauchte.
Zu einer seiner spektakulärsten Aktionen zählte die Leuchtreklame auf einem Pariser Wahrzeichen: 250.000 Glühbirnen machten den Citroën-Schriftzug am Eiffelturm zur größten, leuchtenden Werbung der Welt – und das von 1925 bis 1936 – also ganz 11 Jahre lang! Anlässlich des Todestages von André Citroën vor 80 Jahren fand im Rathaus des neunten Arrondissements in Paris am 1. Juli 2015 eine Ausstellung zu Ehren des innovativen Automobilbauers statt.
