Demnach schlitterten insgesamt 87 Unternehmen im Bereich Transportmittel/Kraftfahrzeuge in die Pleite, gleich viele wie im 1. Halbjahr 2014. Über 58 Unternehmen (2014: 53) wurde heuer der Konkurs eröffnet, was einem Zuwachs von 9,4 % entspricht.
Rückläufig entwickelte sich die Zahl der mangels kostendeckenden Vermögens nicht eröffneter Insolvenzverfahren. Wurden 2014 noch 34 Fälle registriert, gingen diese heuer um 14,7 % auf 29 Fälle zurück. Positiv: Die Höhe der Passiva reduzierte sich heuer fast um die Hälfte (-45,3 %) von 43,4 Mio. € (2014) auf 23,8 Mio. €. Österreichweit wurden im 1. Halbjahr 2015 2.537 Insolvenzen gezählt, um 10,3 % weniger als im 1. Halbjahr 2014.
Vor vermeintlich positiven Vorzeichen warnt Dr. Hans-Georg Kantner, Leiter KSV 1870 Insolvenz: „Die Dynamik der Wirtschaft erkennt man an den Gründungen von Unternehmen, am Wachstum und an wesentlichen Veränderungen. Wir leben in einer Zeit ohne nennenswertes Wachstum, ohne wesentliche Veränderungen und in einer Zeit niedriger Zinsen. In so einem Umfeld darf es uns nicht wundern, wenn die Insolvenzen auch stagnieren oder rückläufig sind.“
Dies sei aber kein Zeichen für die Stärke der österreichischen Wirtschaft, sondern ein Zeichen für die Inaktivität. „Die niedrigen Zinsen wirken wie ein Sauerstoffzelt für die Unternehmen, denn auch Unternehmen mit hohen Schulden und geringer Ertragskraft können sich in Anbetracht niedriger Zinsen irgendwie weiterschleppen. Sobald die Wirtschaft anspringt und die Zinsen steigen, werden wir wieder mehr Insolvenzen sehen.“
