Diese Themen beherrschten das GSV-Forum „Wirtschaftsfaktor Luftfahrt - Erfolg durch Vernetzung“ in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer Österreich am 16. Juni 2015 im Tech Gate Vienna. In Österreich scheitern Verkehrsinfrastrukturprojekte selten an der Finanzierung, sondern meist am Unwillen der Politik, Entscheidungen zu treffen, erklärte Dr. Günter Ofner, Vorstandsdirektor des Flughafens Wien-Schwechat.
Die Abschaffung der Ticketsteuer („Flugabgabe“) würde zusätzliche 1,1 Mio. Passagiere und mehr als 3.000 Arbeitsplätze und dem Finanzminister unterm Strich sogar Mehreinnahmen bringen, erklärte Mag. Alexander Klacska, Obmann der Sparte Transport & Verkehr in der Wirtschaftskammer. Er ist mit seiner Meinung nicht allein: „Worin besteht der ökologische Fortschritt, wenn jetzt jemand von Zürich statt von Wien nach New York fliegt?“, stellt Ofner die ökologische Lenkungsfunktion der Flugabgabe in Frage.
Klacska tritt auch für den Fortbestand der Regionalflughäfen ein: „Wir können nicht alles über Wien abwickeln“, sagt er dezidiert.
Das Passagieraufkommen steigt jährlich laut Experten um 6 bis 7 %, das Luftfrachtvolumen um 3 bis 4 %. Gerechnet nach dem Warenwert verlassen 50 % der Exporte Österreich mit dem Flugzeug. Österreich werde aufpassen müssen, die wichtige Rolle des Wiener Flughafens für Tourismus, Geschäftsreisen und Luftfracht nicht einzubüßen. Österreich müsse dafür nicht nur die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen, sondern auch die Vernetzung der Flughäfen mit den anderen Verkehrsträgern weiter forcieren, resümierte Mag. Mario Rohracher, Generalsekretär der GSV.
