Denn in Summe sind die Belastungen für Autofahrer hierzulande deutlich höher als beispielsweise in Deutschland. Dort gibt es zwar einen gering höheren Spritpreis, dafür aber keine NoVA, niedrigere Kfz-Steuern, keine Autobahnmaut und Vorsteuerabzüge für alle Firmenwagen.
Lt. VCÖ wird in Österreich insgesamt sehr viel Sprit verbraucht. Allein die Pkw von Österreichs privaten Haushalten würden pro Jahr mehr als 3,5 Milliarden Liter Sprit tanken. Im Schnitt schlucke, wie der VCÖ ganz genau weiß, ein heimischer Benzin-Pkw rund 800 Liter Eurosuper pro Jahr und ein Diesel-Pkw rund 1.000 Liter Diesel.
Im gleichen Atemzug fordert der Verein weitere Maßnahmen zur Erdölunabhängigkeit und schlägt neben der Forcierung des Ausbaus der Öffentlichen Verkehrsmittel auch eine Infrastrukturoffensive für Radverkehr und Elektromobilität vor.
Woher Finanzminister Schelling die Mittel für den Ausbau nehmen soll, beantwortet der VCÖ freilich nicht: Derzeit lukriert der Staat alleine über 4 Mrd. € jährlich durch die Mineralölsteuer. Würde diese, wie der VCÖ fordert, abermals erhöht, entgingen dem Staat nicht zuletzt durch den ausbleibenden Tanktourismus Einnahmen in Milliardenhöhe.
Sollten die VCÖ-Visionen Realität werden, und ein Großteil der Österreicher auf das Fahrrad oder die Öffis umsteigen, wer wird dann für die gesponserten Radwege, U-Bahnen und die Zuschüsse für die ÖBB (und den VCÖ) zahlen? Vielleicht in Zukunft die Radfahrer, die eine kilometerabhängige Wegesteuer blechen müssen oder die Fahrgäste, die Tickets um ein Vielfaches des heutigen Tarifs lösen dürfen.
