In dem zum Amtsantritt verfassten Schreiben lobt der vorher als VW-Chinachef sowie Vorstandsvorsitzender von Continental tätige Manager die Händler als „Gesicht der Marke bei unseren Kunden, unsere Partner und Markenbotschafter im täglichen Geschäft, unsere Seismographen im Markt“. Neumann betont, in seiner vorherigen Tätigkeit bei VW die Bedeutung des Handels für den Erfolg eines Herstellers erfahren zu haben: „Ich lege daher größten Wert auf die Themen Markenführung, Kundenerlebnis, Kundenzufriedenheit und -bindung, auf eine gute Marktabdeckung und -bearbeitung."
Den österreichischen Händlern ist bisher kein derartiges Schreiben zugegangen. Nichts desto trotz werden sie die Worte „ihres“ Vorstandsdirektors aufmerksam verfolgen: Schließlich ist hierzulande die Margendiskussion voll im Gange, die künftig strengeren Markentrennungsvorgaben sind ebenfalls umstritten. Hinzu kommt die Tatsache, dass der Pkw-Marktanteil von Opel innerhalb von nur 2 Jahren von 8 % auf 5,7 % gesunken ist. Auf der Habenseite hat Opel dagegen sehr attraktive Modelle zu verbuchen, zuvorderst den Mokka und den Adam. Diese lassen die Vertragsbetriebe darauf hoffen, dass ihr Hersteller mittelfristig wieder an frühere Erfolge anschließen kann. An diese Zeiten erinnert auch Neumann in seinem Händlerbrief: „Das erste Auto, das ich mir selbst gekauft hatte, war übrigens ein orangener Opel Kadett D, Baujahr 1980, und ich habe ihn in sehr guter Erinnerung.“
