Das von Albert K. Still gegründete Unternehmen reagiert damit auf die schwierigen Rahmenbedingungen am europäischen Automarkt. Zwar gelang im Wirtschaftsjahr 2011/12 noch eine leichte Umsatzsteigerung von 1,34 auf 1,352 Mrd. €, die Autoverkäufe gingen jedoch von 86.579 auf 84.215 Stück zurück. Die Umsatzrendite fiel von 1,3 auf 0,6 %.

 

Vor allem von den massiven Verlusten der Hauptmarke Opel konnte sich die AVAG nicht gänzlich abkoppeln. Immerhin schlug sich die Handelsgruppe aber deutlich besser als viele Markenkollegen: Beispielsweise sanken die österreichischen Opel-Neuzulassungen im vergangenen Wirtschaftsjahr um mehr als ein Fünftel, die AVAG büßte dagegen nur 4,7 % ihrer Opel-Verkäufe ein. Exakt 21,5 % aller österreichischen Opel-Neuwagen wurden von den heimischen Teilbetrieben des Augsburger Konzerns vermarktet. Markenübergreifend stiegen die österreichischen Verkäufe der AVAG um 0,7 % auf 6.776 Fahrzeuge, was 1,92 % des heimischen Pkw-Markts entsprach. Der Umsatz an den 16 österreichischen Standorten belief sich auf 234 Mio. €.

 

Ab heuer kündigen Vorstandssprecher Roman Still und sein unter anderem für Österreich verantwortlicher Bruder Albert C. Still eine „Phase der Konsolidierung“ an: Sie soll dazu beitragen, die gegenwärtig bei (vergleichsweise hohen) 20 % liegende Eigenkapitalquote weiter auszubauen sowie „stabil und nachhaltig“ eine Umsatzrendite von mehr als 1 % zu erwirtschaften.

 

Für Aufsichtsratschef Albert K. Still sind in weiterer Folge 1,5 % Rendite die „erstrebenswerte Langzeitgröße". Um diesen Wert zu erreichen, fordert die Familie Still freilich auch ein Umdenken beim heimischen Opel-Importeur: An dessen aktueller Margen- und Standardpolitik hat die AVAG viel auszusetzen.