Zu den Aufgaben der „Society of Automotive Engineers“ (SAE) gehört das Festlegen neuer technischer Standards. R-1234yf erhielt von der herstellernahen Organisation eigentlich grünes Licht – bis im September 2012 Daimler ausscherte und nach eigenen Test mitteilte, dass sich die Substanz „in einem heißen Motorraum als zündfähig erweisen“ könne. Die SAE widersprach, in der Folge treten nun die Stuttgarter sowie die beiden anderen deutschen Premiumhersteller aus dem zuständigen Projektteam aus.

 

Nachdem VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch schon im Herbst seine Abneigung gegen R-1234yf bekundet hatte, dürfte die flächendeckende Einführung des umstrittenen Kältemittels damit endgültig vom Tisch sein. Tatsächlich verwendet wird das Gas nur in wenigen (asiatischen) Nischenfahrzeugen – und das, obwohl es laut der EU in allen Pkw, die seit dem 1. 1. 2011 typzugelassen wurden, zum Einsatz kommen müsste. Seit dem Jahreswechsel drohen zuwiderhandelnden Autobauern hohe Strafzahlungen. Dass diese tatsächlich verhängt werden, scheint angesichts der breiten – und mit konkreten Sicherheitsargumenten belegten – Ablehnung aber unwahrscheinlich.

 

Für Autohäuser und Werkstätten heißt das vor allem eines: abwarten! Die Anschaffung eines R-1234yf-Klimaservicegeräts wäre zum heutigen Zeitpunkt mehr als leichtsinnig. Vielleicht bleibt die Branche ja doch beim klimaschädlicheren, dafür aber sicheren Vorgängerstoff R-134a. Bis zum tauglichsten Zukunftskonzept, der serienreifen CO2-Klimaanlage, werden noch viele Jahre vergehen.