Es bestehen jedoch berechtigte Zweifel, ob das Jahr 2013 besser wird als das 2012 der Fall war. Als Gründe für den steten Rückgang werden von Marktbeobachtern das weiter abflachende Stellenangebot und die steigenden Inflationserwartungen genannt. Diese Faktoren werden die Kaufzurückhaltung der privaten Haushalte weiter kennzeichnen. Das Firmenkundengeschäft wie auch alle anderen Segmente stehen auch heuer unter Druck.
Dennoch wurde zur Eröffnung der Vienna Auto Show als auch beim Eurotax-Branchenempfang wieder ordentlich auf den Busch geklopft. Man sprach vor Wirtschaftsminister Dr. Reinhold Mitterlehner vom zweithöchsten Neuzulassungsergebnis, von einem neuerlich über der Marke von 300.000 Stück liegenden Ereignis im Jahr 2013 und vom Ansinnen einer neuerlichen „Verschrottungsprämie“. Das verschmitzte Lächeln des Profi-Politikers dazu bedarf keiner Interpretation, wo doch alles so glatt läuft. Die Politik unterscheidet nämlich keine Tageszulassungen, die einen weit höheren Rückgang als die letztlich ausgewiesenen 5,7 Prozent Minus zu 2012 „verhindern“.
So war es nicht verwunderlich, dass beim abendlichen nunmehr bereits 43. Eurotax-Branchenempfang in der neuen Location „METAstadt“ diesbezüglich die Stimmung nicht nur im Veranstaltungssaal selbst unterkühlt war. Rund 40 Marken zählt die österreichische Autostatistik, und ganze 10 davon generieren zwei Drittel der Neuzulassungen, wobei selbst Marktführer VW (-5,4 %) rückläufige Tendenz aufweist.
In den Gesichtern der Markenvertreter war das deutlich abzulesen, auch wenn „Meister Positiv“ wieder Regie geführt hat. Bei rund 800 Teilnehmern spielt die Realität im Markt nur eine Nebenrolle. Zur Orientierung: Zuwächse gegenüber 2011 verzeichneten Škoda, Hyundai, Audi und BMW, Rückgänge hingegen Opel, Seat, Peugeot, Renault, Ford und eben Volkswagen. Nach derartigen Frustrationen neuerlich von intakten Automärkten zu sprechen, wo politisch vielerorts dem Automobil bereits die Existenzberechtigung abgesprochen wird, ist auch eine erstaunliche Leistung. Noch dazu, wo die Nettorendite im Neuwagenverkauf um die 1%-Marke grundelt und die Autohäuser immer stärker belastet.
Was die Menschen vom Auto von morgen erwarten, werden wir bei der soeben laufenden Ferienmesse, die zusammen mit der Vienna Auto Show abgehalten wird, erleben. Die individuelle Mobilität. Unter den monetären und politischen Einflüssen werden die Verbraucher die Weichen zur neuen Mobilität stellen. Erleichterung werden diejenigen spüren, die in unserer Branche des Umbruchs den Wandel richtig deuten können. Schönreden allein ist nicht hilfreich.
