Die ACEA ging bislang davon aus, dass Elektroautos im laufenden Jahrzehnt einen Marktanteil von 3 bis 10 % erreichen werden. Nunmehr revidiert sie ihre Prognose auf 2 bis 8 % und warnt vor noch geringeren Verkäufen: „Unter den gegenwärtigen Bedingungen ist es unwahrscheinlich, dass die vollen Potenziale realisiert werden“. Zurückzuführen sei dies nicht nur auf die schwierige Wirtschaftslage in Süd- und Osteuropa: „Zu einem großen Teil sind der langsame Fortschritt bei den Ladestandards, die Marktfragmentierung durch unkoordinierte Förderprogramme, der Mangel an gezielten Forschungs- und Entwicklungsförderungen sowie das Fehlen einer klaren und einheitlichen Vision für die Infrastruktur dafür verantwortlich.“ Die europäischen Autobauer seien daher „sehr besorgt“, so Generalsekretär Ivan Hodac: „Wir benötigen die richtigen Rahmenbedingungen, damit der Markt wirklich abheben kann.“

 

Auch in Österreich konnten die Elektroautos bislang nicht die hohen Erwartungen erfüllen, 2012 waren die Neuzulassungen mit lediglich 427 Pkw sogar rückläufig (Anm.: Text nach Bekanntgabe der Zahlen ergänzt). Das Umweltministerium sieht sich dennoch „am Beginn des Weges“, bis 2020 das bereits vor einigen Jahren ausgegebene Ziel von 250.000 E-Fahrzeugen zu erreichen. Freilich ist man bei der Auslegung des Begriffs sehr großzügig: „Das sind neben E-Autos auch Hybrid- und Plug-In-Fahrzeuge“, heißt es aus dem Ministerium.

 

Ob schon bald Autos mit Start-Stopp-System, Elektroroller oder gar die ferngesteuerten Flitzer der Kinder als „E-Fahrzeuge“ gewertet werden? Schließlich gilt es, ein politisches Ziel zu erfüllen – ohne dafür allzu viel Geld in die Hand zu nehmen. Gefördert werden in Österreich nämlich (fast) nur regionalpolitische Prestigeprojekte. Bundesweite Subventionen für privat betriebene Elektroautos sucht man vergebens.