Trifft die angekündigte Nachlassbremse von BMW auch auf Politiker, Bürgermeister usw. zu? Die herrschende Rabattflut tut tatsächlich keiner Marke gut und der Geschäftsentwicklung im Handel sowieso nicht. Reithofers Vorstoß, „Marktanteile in diesem Jahr nicht um jeden Preis verteidigen zu wollen und dass Gewinn vor Absatz steht“, höre ich wohl, allein mir fehlt dazu der Glaube. Reithofer thematisiert – vermutlich ungewollt – bitter, brillant, wie wichtig Premiumanspruch für (s)eine Marke ist und lässt vom VDA (Verband Deutsche Automobilindustrie) hinzufügen, dass die Wachstumsperspektiven ohnehin außerhalb von Europa liegen. Dieser Satz ist den Aktionären geschuldet.

 

Erst, wenn weitere Premiummarkenanbieter Reithofers Strategie in Europa folgen, kann dieser an sich klarsichtige Vorstoß Erfolg haben und sich auch in anderen Fahrzeugkategorien etablieren.

 

Allerdings muss Kaufmannsmoral in der Autowirtschaft jeden Augenblick neu definiert werden. Steckt auch nur ein wenig der Automarkt in den BRIC-Staaten zurück, kommt aus den Konzernzentralen sofort eine neue Order und die trifft zunächst immer den Fahrzeughandel, der mit immer geringeren Margen auskommen muss.

 

So bin ich gespannt, wann Reithofer, Winterkorn, Zetsche und Konsorten endlich erklären, dass man neben der freien Mobilitätswahl im Heimmarkt auch wieder Kaufkraft schaffen muss, denn die lässt sich aus dem „billigen“ Asien nicht importieren.

 

Reithofers Rabattbremse ist symptomatisch und spiegelt alles das, was aus der Automobilwirtschaft gemacht wurde.