Die inzwischen global agierende Porsche Holding bejubelt heuer 337.000 Neuzulassungen und damit das zweitbeste Auto„verkaufs“jahr überhaupt und hält dafür eine stabile Wirtschaft mit niedrigen Zinsen, spritsparenden Motoren und attraktive Angebote ausschlaggebend.

 

Der Branchenprimus als Sprachrohr gibt den Takt vor und schreibt uns für 2012 satte 330.000 Neuwagen ins Zulassungsbuch. Exakt diese Zahl lenkt die Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit auf unsere Branche. Die Politiker schwingen sich zu neuen Belastungspaketen auf und die Berufsgegner der Automobilität – Knoflachers „Die Pendler wohnen am falschen Ort“ ist jüngster Ausdruck seiner intellektuellen Dummheit – haben ihre Freude damit.

 

Die Öffentlichkeit ist begeistert von der vorgegaukelten guten Stimmung im Autohandel. Leisten können/wollen sich immer weniger ein Auto. Das ist offensichtlich nicht so schlimm. Die meisten Autokonzerne holen sich derzeit ihre Gewinne außerhalb Europas. Was schert sie da die Rezession in ihren Heimmärkten!

 

Die Realität im Land kann auch anders gedeutet werden. Zwei Drittel aller Autohändler mimen den Ahnungslosen und schlittern weiter in die Krise. Nachgelagerte Dienstleistungsbetriebe entlassen ihre Leute, weil das Geschäft wegbricht. Große Teile der Kundschaft sperren soeben zu und nutzen die Weihnachtsferien bis Ende Jänner nächstes Jahr, um danach wieder aufzusperren. Dazwischen herrscht Umsatzebbe.

 

Wir haben es also nicht mit Randgruppenphänomenen in Latenz zu tun, die nur ein paar Betriebe betreffen würden. Der Markteinbruch findet sich im Zentrum unserer Gesellschaft.

 

Aus den jüngsten, sehr ernüchternden Erfahrungen, wie die Expertenberichte auch aussagen, lässt sich aber zumindest die Frage ableiten, ob unbedingt der Kfz-Handel an der Berichterstattung zu den Neuzulassungserwartungen mitwirken soll. Ich bin mir da nicht sicher.

 

Sicher ist jedoch: Zur Vienna Autoshow anfangs Jänner in Wien werden 330.000 Neuzulassungen den Weg an die Öffentlichkeit finden. Im Minimum, denn addierte Neuzulassungsschätzungen ergeben locker wieder 350.000 Einheiten. Leider verstehen zu wenige die Brisanz dieser Lizitationspolitik.