Der „Fachverband der Gas- und Wärmeversorgungsunternehmen“ hat es nicht einfach: Gerade einmal 262 Pkw mit Erdgasantrieb wurden 2011 in Österreich neu zugelassen. In ihrer Not entdecken die Gas- Interessenvertreter ein seltsames Argument: Die „Umweltzonen“, mit denen gewissen (Diesel-) Fahrzeugen die Einfahrt in Regionen mit besonders hoher Feinstaubbelastung verwehrt werden soll. Also jene Fahrverbotszonen, die vor allem sozial Schwächere (die sich eben keinen neuen „Super-Diesel“ leisten können) treffen! Die in Bezug auf die Umweltbelastung erwiesenermaßen wirkungslos sind! Die bei einer Bürgerbefragung in Graz mit klarer Mehrheit abgelehnt wurden!

 

Dennoch tut sich der Fachverband mit dem bekannt einseitigen VCÖ zusammen und fordert die Einführung von Umweltzonen. Diese würden sich „positiv auf die Anschaffung emissionsarmer Fahrzeuge auswirken“. In Österreich könnten die Zonen laut Fachverband und VCÖ noch stärkere Auswirkungen (die von unabhängigen Studien freilich bezweifelt werden) haben als in Deutschland, wenn „die vielen umweltbelastenden Dieselautos aus dem Verkehr gezogen werden“.

 

Wenn die Gas-Verfechter mit erklärten Autogegnern gemeinsame Sache machen, werden sie in der Mobilitätsbranche wenig Freunde finden. Vielleicht hätte Fachverbandschef Michael Mock vorher daran denken sollen, wer „seine“ Erdgasfahrzeuge verkaufen soll – nämlich jene Händler, die vor allem mit ach so schädlichen Dieselautos handeln und die noch dazu bei der Einführung von Umweltzonen unter einer massiven Entwertung ihres Gebrauchtwagenbestandes leiden würden.

 

Schade, dass hier so kurzsichtig argumentiert wird: Für die Erdgas-Mobilität sprechen nämlich tatsächlich einige technische Stärken. Die werden angesichts einer derartigen Argumentationskette aber kaum Gehör bei Händler und Kunden finden.