Den Erstzulassungszahlen bis Februar folgend, pflegen wir auch 2010 unsere heile Kaufmannswelt. Wie es dahinter aussieht, interessiert – zumindest in Genf – kaum jemanden. Die Euro-Schwäche schwemmt Spargeld in den Markt, wird spekuliert, von dem auch die Autowirtschaft profitieren möchte. Offen bleibt, was heuer stärker nachwirkt: Weitere durch steigende Arbeitslosigkeit bedingte Kaufkraftverlust oder die Investitionsbereitschaft der Habenden?
In Genf setzt alles auf die letztere Gruppierung und der Kampf um sie führt zu weiter ungebremster Rabattschlacht. Der Ertrag aus dem Autogeschäft ist kaum noch zu ertragen, stöhnt man hinter vorgehaltener Hand, dennoch fährt man fort im alten Trott.
Aber halt! Die „Grüne Welle“ rollt Tsunami-gleich auf uns zu. Deswegen, weil zum Zeitpunkt jede Investition zum Hasardspiel wird, zu ungenau sind die Richtungsangaben der Industrie. Dem Verbrennungsmotor gehört weiter die Welt, dem E-Antrieb die öffentliche Aufmerksamkeit. Die Spargesinnung der globalen Industrie lässt in F+E keinen allzu großen Spielraum. Dieser Spirale dreht sich weiter nach unten.
Wer das Heute betrachtet, strahlt eine gewisse Zufriedenheit aus, wer das Morgen mit ins Kalkül zieht, wird nachdenklich. Für Defätisten ist auf dem Genfer Salon kein Platz. Da wird gelobt und gepriesen und über die bare Realität geschwiegen.
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