Beim Schreiben dieser Zeilen kam die Nachricht von der fristlosen
Kündigung des Kärntner Mercedes-Landeshändlers Teissl -nach 86 Jahren
Markenzugehörigkeit! Seit Wochen läuft eine von Mercedes-Benz
Österreich initiierte Revision im Händlernetz. <br /><br />Was mit "deutscher Gründlichkeit" bei MBÖ passiert, kommt sicher auch
bei anderen Markennetzen bald zum Vorschein.
Die Hersteller geben den
Takt vor und die Importeure sind die Vollzugsorgane. Das ist alles
logisch. Nur nicht für die Standesbewahrer. Sie streiten um
Nichtigkeiten, während längst die Markenvertriebsnetze ausgeputzt
werden. Der Teissl-Fall wird nicht allein bleiben, weitere
Revisionsergebnisse werden die Kündigungswelle verstärken.
Beim 7. A&W-Tag, bei diversen Kundenveranstaltungen von Lieferanten
trafen sich zahlreich wie nie Kfz-Unternehmer zum Erfahrungsaustausch
und die daraus gewonnenen Erkenntnisse zur Zukunft der Autobetriebe
waren grosso modo wenig berauschend. Professor Peter Filzmaier bringt
es in der AUTO-Information 2244 auf den Punkt: "Interne
Interessengegensätze sind groß und jeder Branchenfunktionär spult
sein Programm zur jeweiligen Zielgruppe statisch ab."
Vielen Funktionären fehlt das Eingeständnis, dass die Branche zwar
nicht in ihrem Bestand bedroht ist, jedoch tiefgreifender Änderungen
bedarf. Unsere Branchenvertreter sollten sich rasch bei einem guten
Abendessen zusammenreden, ehe sie selbst obsolet werden.
Ihr Gerhard Lustig