A&W: Wie gestaltet sich die Wahrnehmung der Marke BestDrive in Österreich?

Marberg-Bahlmann: Als Teil eines weltweiten Rebrandings von Contitrade zu BestDrive by Continental haben wir 2024 alle ehemaligen Filialen von Reifen John und Profi Reifen & Autoservice erfolgreich in die neue Servicemarke integriert. Unser Team ist diesen Weg voll mitgegangen. Dass damit lokale Markenbekanntheit verloren gehen könnte, haben wir bewusst in Kauf genommen.

Es hat sich in diesem Prozess aber auch gezeigt, dass die Bindung zum Mitarbeiter noch stärker ist als zur Marke. Die Mitarbeiter, die direkten Ansprechpartner für die Kunden, sind geblieben, das ist der entscheidende Punkt. An dem weiteren Ausbau unserer Markenbekanntheit arbeiten wir laufend und setzen dabei auch auf gezielte Aktionskampagnen.

Wie ist BestDrive hierzulande aufgestellt?

Marberg-Bahlmann: Wir betreiben 51 Standorte selbst, weitere 30 werden von Franchisenehmern geführt. Eine Erweiterung des BestDrive-Netzwerkes ist willkommen, aber nicht dezidiert geplant. Falls neue Standorte hinzukommen, dann im Franchisesystem. Für uns ist es wichtiger, die bestehenden Filialen auszulasten. Wir wollen am Markt auf jeden Fall organisch wachsen. Deshalb bauen wir auch unser Netzwerk mit Online-Plattformen aus und positionieren uns dort gezielt als professioneller Montagepartner mit hochwertigem Service. BestDrive verfügt über ein saisonal stark schwankendes Geschäft, die für den Reifenhandel und -service typische Lücke im Sommer soll zunehmend mit Autoservice-Dienstleistungen geschlossen werden. Im Autoservice-Bereich sehen wir noch viel Potenzial, wie wir unsere bestehenden Kunden noch umfangreicher servicieren bzw. potenzielle Neukunden zu uns holen können. 

Wird es künftig zu Verschiebungen in der Kundenstruktur kommen?

Marberg-Bahlmann: Derzeit verteilt sich unser Geschäft zu rund 40 Prozent auf Privatkunden, 50 Prozent auf Geschäftskunden (Fuhrparks, Flotten, Leasinggesellschaften) und 10 Prozent auf Franchise. Obwohl der Prozentsatz der gewerblichen Kfz-Zulassungsnehmer weiter steigt, konnten wir in den ersten Monaten 2026 auch im Privatkundenbereich zulegen. Das Lkw-Geschäft ist ein stabiler Bereich und trägt je nach Phase zwischen 10 und 20 Prozent zum Umsatz bei.

Sind Zusatzangebote, vorrangig im Dienstleistungsbereich, angedacht?

Marberg-Bahlmann: Rund 20 Prozent des Umsatzes sind Autoservice, der Rest verteilt sich auf Reifenverkauf und -service. Die Nutzungsdauer der Fahrzeuge nimmt zu, es gibt mit steigendem Fahrzeugalter einen Trend weg vom Markenbetrieb. Wir arbeiten daran, komplexere Reparaturen, beispielsweise Getriebeinstandsetzungen, Austausch von Zylinderkopfdichtungen und Zahnriemen, flächendeckend anzubieten. Bereits jetzt gibt es an den meisten Standorten die Möglichkeit der §57a-Überprüfung. Und in ausgewählten Filialen wird bereits die Reparatur von Unfallschäden angeboten. Die Karosseriearbeiten werden hier intern mit eigenem Personal durchgeführt, die Lackierarbeiten werden extern vergeben. 

Die Langfassung des Interviews lesen Sie in der AUTO-Information Nr. 2818 vom 8. Mai 2026